NewsMedizinKünstliche Intelligenz sagt körperlichen Abbau im Alter voraus
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Künstliche Intelligenz sagt körperlichen Abbau im Alter voraus

Montag, 4. Oktober 2021

/Connect world, stock.adobe.com

Saarbrücken – Ein neues Berechnungsmodell soll den körperlichen Abbau mit zunehmendem Alter bestimmen, insbesondere bei Sportlerinnen und Sportlern. Eine Arbeitsgruppe um Bergita Ganse, Stiftungsprofessorin für innovative Implantatentwicklung an der Universität des Saarlandes hat es im Fachjournal Geroscience vorgestellt (2021; DOI: 10.1007/s11357-021-00411-4).

„Wir haben uns gefragt, ob es uns gelingen kann, die Leistungsfähigkeit eines Sportlers bis ins Seniorenalter hinein prognostizieren zu können, und zwar mit einer einzigen Messung“, erläuterte Ganse.

Die Arbeitsgruppe hat die Daten von fast 5.500 schwedischen Leichtathletinnen und -athleten unter­sucht, deren sportliche Leistungen zwischen 1901 und 2021 in der „Swedish Veteran Athletics“-Daten­bank dokumentiert sind.

Insgesamt rund 21.000 Datenpunkte haben sie in ihre Untersuchung einfließen lassen. Das heißt, jeder Leichtathlet hat im Mittel rund 4 Ergebnisse in der Datenbank hinterlassen. Die Forscher haben für die Studie ausschließlich Laufdisziplinen berücksichtigt.

Der Grund ist, dass zum Beispiel Wurfgeräte wie beim Speer- oder Diskuswurf je nach Alter im Gewicht variieren: Jüngere Athleten müssen meist etwas schwerere Geräte werfen, was die Vergleichbarkeit erschwert und eine Prognose des Leistungsabfalls schwieriger macht. „Läufer hingegen laufen 100, 200, 800 Meter, egal, ob sie 23, 40 oder 70 Jahre alt sind“, hieß es aus der Arbeitsgruppe.

Das zentrale Ergebnis der Studie ist laut den Forschern, dass der Computer anhand der Daten ein Modell entwickeln konnte, das den Leistungsverlust bis ins Seniorenalter hinein präziser vorhersagen kann als bisherige Modelle, die zum Beispiel von einer linearen Abnahme der Leistungsfähigkeit ausgehen.

„Überrascht hat uns dabei die Feststellung, dass Athleten, die sehr leistungsstark und jung waren, relativ gesehen am meisten Leistungsabfall zu verzeichnen hatten, was auch auf ältere Athleten mit geringerer Ausgangsleistung zutrifft. Die niedrigste Abnahmerate haben wir bei leistungsstarken Athleten mit hohem Ausgangsalter festgestellt“, so Ganse.

Wer also noch in fortgeschrittenerem Alter eine Topzeit in seiner Disziplin läuft, bleibt laut den Wissenschaftlern mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in noch höherem Alter leistungsfähiger als seine Altersgenossen. „Es lohnt sich auch im fortgeschrittenen Alter noch, mit dem Sporttreiben anzufangen“, so das Fazit der Arbeitsgruppe. © hil/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
Avatar #755239
Wolfgang Rödle
am Freitag, 8. Oktober 2021, 16:16

Gendern

Auch wenn es nicht zum Artikel passt: Und wieder sehen wir, dass das Gendern einfach nicht funktioniert.

Erstens: Aktuell richtig Gendern ist mit Sternchen. (Hier falsch gemacht)
Zweitens: "Sportlerinnen und Sportler", aber dann nur Forscher schreiben. Richtig wäre Forscherinnen und Forscher zu schreiben, um es einheitlich anzuwenden; ebenso Athleten, Wissenschaftler, Altersgenossen. (Hier falsch gemacht)
Drittens: Das Gendern kostet dem Verfasser eines Textes Platz. Wenn ich eins draufsetzen soll: Es kostet auch mehr Papier und mehr Tinte beim Druck! Denken Sie an die Natur. Ich sage mal nicht Klimaschutz, sondern: Nachhaltigkeit statt Verschwendung.
Viertens: Das Gendern kostet dem Leser Zeit, da man statt einem Wort (z.B. Berufsgruppe Ärzte) nun 3 Wörter lesen muss.


Liebes Ärzteblatt, als Freund von Sprache und Amateur-Linguist bitte ich Sie, das Gendern einzustellen und wieder zu den Formulierungen zurückzukehren, die Sie vor einigen Jahren hatten.


PS: Wenn Sie ernsthafte Tipps zum Thema Gleichberechtigung (nicht Gleichstellung) möchten oder sich sachlich über das Thema austauschen möchten, biete ich mich gerne an. Gerne halte ich auch einen Vortrag zum Thema Sprache und Gleichberechtigung und wie diese ineinandergreifen.
LNS
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER