NewsPolitikMerkel mahnt mehr Anerkennung für Menschen mit Behinderungen an
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Merkel mahnt mehr Anerkennung für Menschen mit Behinderungen an

Mittwoch, 18. August 2021

Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim Online-Jahresempfang des Behindertenbeauftragten./picture alliance/dpa, Bernd von Jutrczenka

Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich für eine größere Wertschätzung der Arbeit von Menschen mit Behinderungen ausgesprochen. Nach wie vor sei die Arbeitslosigkeit bei behinderten Menschen sehr viel größer, erklärte Merkel gestern Abend in Berlin.

Betriebe dürften die vielen Talente dieser Menschen nicht „brach liegen lassen“, so die Kanzlerin. Dies sei nicht nur eine soziale, sondern auch eine wirtschaftliche Frage. Merkel äußerte sich beim Jahresempfang des Behindertenbeauftragten der Bundesregierung, Jürgen Dusel.

Anzeige

Weiter plädierte Merkel für ein bessere Bezahlung von Menschen mit Behinderungen, die in Werkstätten arbeiteten. Der Werkstattlohn sei sehr gering, hier gelte es, eine neue Regelung zu finden, sagte die Bundeskanzlerin.

Merkel äußerte sich auch ganz persönlich: Sie sei mit Menschen mit geistigen und körperlichen Behin­derungen aufgewachsen, da es neben dem Pfarrhaus ihres Vaters eine diakonische Einrichtung gegeben habe. Für sie sei das selbstverständlich gewesen, sie habe aber lernen müssen, dass es für viele ihrer Mitschüler nicht so sei.

Neben Barrieren für Menschen mit Behinderungen, gebe es immer noch Barrieren in den Köpfen vieler Menschen, so Merkel. Es sei deshalb wichtig, dass schon Kinder mit und ohne Behinderungen, wo immer es möglich sei, Kita und Schulen gemeinsam besuchten.

Dusel betonte, die Pandemie habe noch einmal deutlich gemacht, dass Herausforderungen nur gemein­sam bewältigt werden könnten – „nur wenn wir gemeinschaftlich handeln, achtsam sind und die Ver­nunft walten lassen“. Zunächst seien die Belange der Menschen mit Behinderung nicht immer mitbe­dacht worden, dies habe sich im Laufe der Zeit aber glücklicherweise geändert. © kna/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
Avatar #722321
Hennighausen
am Mittwoch, 18. August 2021, 21:57

finanzielle Unterstützung der Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen notwendig

In einer Gesellschaft mit (berechtigtem) hohen Anspruch an Qualität der Leistung, verbunden mit dem Wunsch nach "Termingerechtigkeit" bei zunehmend mehr vom Gesetzgeber auferlegten Hürden dürfte es, zumindest für Klein- und Mittel-Betriebe, zunehmend schwerer werden, Menschen mit ausgeprägten Behinderungen, vor allem im geistigen Bereich, ökonomisch sinnvoll in den Arbeitsablauf des Betriebes zu integrieren. Vieles lässt sich heutzutage durch Gestaltung des Arbeitsplatzes erreichen, dennoch wird oft die Einrichtung eines individuell zugeschnittenen Arbeitsbereiches notwendig werden. Zum Beispiel: In einer normalen Augenarztpraxis muss eine MFA flexibel einsetzbar sein, und es dürfen keine Fehler passieren, trotz des "Trubels", der oft genug an der Anmeldung herrscht. Aus meiner Sicht und Erfahrung ließe sich in einer Arztpraxis nur dann ein spezieller Arbeitsplatz schaffen, wenn circa die Hälfte der Gehaltskosten für den betreffenden Arbeitsplatz von der öffentlichen Hand übernommen würden.
LNS
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER