NewsVermischtesFliegen bei schlechter Sicht: DRF-Luftrettung setzt auf Pilotprojekt
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Fliegen bei schlechter Sicht: DRF-Luftrettung setzt auf Pilotprojekt

Mittwoch, 18. August 2021

Andreas Scheuer (CSU), Bundesverkehrsminister, spricht am Hubschrauber-Standort der DRF-Luftrettung am Uniklinikum Regensburg im Rahmen eines Informationsbesuchs über ein Pilotprojekt satellitengestützter Navigation für Hubschrauberflüge bei schlechtem Wetter. /picture alliance, Daniel Karmann

Regensburg – Bislang dürfen Rettungshubschrauber in Deutschland bei schlechter Witterung nicht star­ten – das will die DRF Luftrettung ändern, und zwar mithilfe satellitengestützter Navigation. In einem Pilotprojekt soll die Point in Space-Technik (PinS) in zwei Hubschraubern genutzt werden.

Diese würde einen Rettungseinsatz via Instrumentenflug bei schlechter Sicht ermöglichen. Das Uniklini­kum Regensburg soll Teil des Projektes werden. Für den Standort Rendsburg (Schleswig-Holstein) läuft laut DRF bereits das Genehmigungsverfahren.

Anzeige

Der in Regensburg stationierte Hubschrauber könnte bereits nach PinS fliegen, sagte heute der DRF-Vorstandsvorsitzende, Krystian Pracz. Die technischen Voraussetzungen seien gegeben und die Piloten entsprechend geschult. Das Projekt müsse lediglich genehmigt werden.

Anders als in der Schweiz und in Norwegen, wo mit PinS geflogen werde, dürften Hubschrauber in Deutschland unterhalb einer bestimmten Wolkenuntergrenze – mindestens 400 Meter in der Nacht – nicht im Instrumentenflug starten. Bei Nutzung des PinS-Verfahrens könnte die Wolkenuntergrenze deutlich reduziert werden.

Bernhard Graf, der stellvertretende Ärztliche Direktor des Uniklinikums, verwies auf die Statistik, nach der innerhalb eines Jahres knapp 90 Rettungsflüge witterungsbedingt hätten abgelehnt werden müssen. Etwa 50 Prozent davon hätten mit PinS-Instrumentenflug dennoch geflogen werden können.

Der Zeitfaktor spiele bei zahlreichen Rettungseinsätzen eine ganz erhebliche Rolle, sagte Bundesver­kehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Es gehe darum, Menschenleben zu retten. Deswegen unterstütze er die Initiative der DRF.

Allerdings könne er nicht alleine entscheiden, sagte Scheuer. Für den Bereich der Flugsicherung etwa sei zwar das Bundesverkehrsministerium zuständig, es müsste aber unter anderem auch das bayerische Innenministerium einbezogen werden. Hier stehe man bereits in Kontakt.

Der Anstoß, Regensburg in das Pilotprojekt einzubinden, kam vom Bundestagsabgeordneten Peter Aumer (CSU). Er habe aus Informationsgesprächen am Klinikum gewusst, dass es immer wieder Probleme wegen schlechten Wetters, insbesondere wegen Nebels, gebe, sagte Aumer. Regensburg als zweiter Standort für das Pilotprojekt wäre sinnvoll – als Gegenpol zu dem in Küstennähe gelegenen Rendsburg. © dpa/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER