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Politik

Nach Brandbrief: Uniklinik Rostock erhält sieben Millionen Euro zusätzlich

Freitag, 20. August 2021

/picture alliance, Bernd Wüstneck

Rostock – Nach einem Brandbrief zahlreicher Ärzte der Universitätsmedizin Rostock (UMR) gibt der Auf­sichtsrat mit sofortiger Wirkung für das Jahr 2021 ein Budget von bis zu zwei Millionen Euro zusätzlich frei, um „etwaige, insbesondere personelle Probleme abzustellen“. Das geht aus einem Schreiben des UMR-Aufsichtsrats an die leitenden Ärzte des Klinikums hervor, das dem Deutschen Ärzteblatt (DÄ) vorliegt. Weitere fünf Millionen Euro sollen für das Jahr 2022 zur Verfügung gestellt werden.

41 teils leitende Ärztinnen und Ärzte der UMR hatten am 2. August in einem Brief an die Lan­desre­gierung erklärt, dass sie infolge eines „auf kurzfristige Einsparungen ausgerichteten Sanierungspro­zesses“ ihren Aufgaben in der Krankenversorgung für die Region Rostock und als überregionaler Maxi­mal­versorger nicht mehr vollständig nachkommen könnten.

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Besonders problematisch sei die Lage in der Pädiatrie, in der zum Beispiel die intensivmedizinische Ver­sorgung komplex erkrankter Kinder nicht mehr kontinuierlich zu gewährleisten sei. Die unterzeich­nen­den Ärzte forderten unter anderem einen Zukunftspakt des Landes mit der Universitätsmedizin Rostock.

Der Aufsichtsrat der UMR reagierte schnell. Am 4. August schrieb er an die leitenden Ärzte des Klinikums, dass er deren Brief sehr ernst nehme. „Wir danken Ihnen für Ihre offenen Worte“, heißt es in dem Brief. „Der Aufsichtsrat hat sich kurzfristig mit der Landesregierung abgestimmt. Sie ist bereit, Ihrer Bitte nach Entwicklung eines gemeinsamen Zukunftspaktes für die UMR nachzukommen.“

Die freigegeben sieben Millionen Euro sollen in erster Linie für eine „angemessene Ausstattung der Kin­derklinik“ sowie für „klinikbezogene Risikomeldungen“ verwendet werden. „Parallel hierzu wird eine ex­terne Organisationsuntersuchung beauftragt, welche die laufenden Mehrkosten durch die besondere in­frastrukturelle Situation der UMR ermitteln soll“, heißt es in dem Brief des Aufsichtsrats. „Auf dieser Grund­lage soll dann die Vorgehensweise für die Jahre 2023 ff. festgelegt werden.“

Darüber hinaus will der Aufsichtsrat in Zusammenarbeit mit der Landesregierung ein Gutachten in Auf­trag gegeben, in dem die derzeitige infrastrukturelle und bauliche Situation der UMR extern und unab­hängig beurteilt wird. Es sollen insbesondere Vorschläge unterbreitet werden, wie die bauliche Situation schnellstmöglich verbessert und hin zu einem modernen, zentralisierten Klinikum verändert werden kann.

Fünf Stellen mehr in der Kinderklinik

„Der Aufsichtsrat und der Vorstand der UMR haben das Schreiben der Ärzte vom 2. August sehr ernst ge­nommen“, sagte auch der Vorstandsvorsitzende der UMR, Christian Schmidt, dem . Es sei klar, dass trotz wirtschaftlicher Sanierung die Krankenversorgung stets Vorrang haben müsse.

„In den letzten Tagen und Wochen wurden zahlreiche Gespräche geführt, um die geäußerten Sorgen auf­zunehmen, gemeinsam die erforderlichen Maßnahmen zu entwickeln und auch zeitnah umzusetzen“, so Schmidt.

„An diesem Prozess sind die Chefärztinnen und Chefärzte zur Sicherung einer qualitativ hochwertigen Versorgung der Patienten unmittelbar beteiligt.“ Dabei sei auch die personelle Ausstattung der Kinder­klinik um fünf Vollzeitkräfte auf 32,85 Vollzeitstellen in der Krankenversorgung angehoben worden.

Ein Sprecher des Bildungsministeriums von Mecklenburg-Vorpommern erklärt gegenüber dem : „Es wird begrüßt, dass sofort gehandelt wurde und alle Beteiligten vor Ort bereits mit Hochdruck an der Problemlösung arbeiten.“

Das Land habe sich klar zur Uniklinik bekannt und einen Zukunftspakt angeboten. Es beteilige sich als Soforthilfe an der zusätzlichen Stellenausstattung an der Kinder- und Jugendklinik. © fos/aerzteblatt.de

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