NewsÄrzteschaftÄrzteverbände wollen mehr Gendermedizin im Medizinstudium
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Ärzteverbände wollen mehr Gendermedizin im Medizinstudium

Donnerstag, 19. August 2021

/Andrii Muzyka, stock.adobe.com

Berlin – Die Studierenden im Hartmannbund (HB) plädieren dafür, Gendermedizin als verpflichtendes Querschnittsfach im Medizinstudium einzuführen. In einem Brief an den Medizinischen Fakultätentag (MFT) warnen sie zusammen mit dem Deutschen Ärztinnenbund (DÄB) davor, Genderaspekte im Curricu­lum zu vernachlässigen.

Andere Länder seien bei dem Thema bereits weiter, so die HB-Studierenden, zum Beispiel Schweden, Kanada und die USA. Zusammen mit dem DÄB rufen sie den Medizinischen Fakultätentag dazu auf, sich aktiv um eine flächendeckende Repräsentanz von Gendermedizin in der Lehre zu bemühen. Dies sei wichtig, damit die Versorgungsqualität in Deutschland in Zukunft gewährleistet bleibe und nicht im internationalen Vergleich zurückfalle, betonen sie.

Anzeige

„Soweit es die Humanmedizin betrifft, ist die Vermittlung von geschlechtersensiblem Wissen an den Universitäten leider absolut unzureichend“, sagte Gabriele Kaczmarczyk, Vizepräsidentin des DÄB, bereits im Januar des Jahres bei der Vorstellung eines Gutachtens zum Thema, welches das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) finanziert hatte. Danach ist an den medizinischen Fakultäten die „strukturelle curriculare Integration von geschlechtersensiblen Aspekten noch nicht genügend vorangeschritten“.

So würden in 70,4 Prozent der medizinischen Fakultäten in Deutschland Medizinstudierende nur punk­tuell in einzelnen Lehrveranstaltungen auf die Geschlechterunterschiede bei Krankheiten, Symptomen und Therapien aufmerksam gemacht.

Ursachen dafür seien häufig eine mangelnde Bereitschaft beziehungsweise ein geringes Problembe­wusst­sein sowie die fehlende Qualifizierung der Lehrkräfte. „Das ist ernüchternd“, kommentierte Kacz­mar­czyk. Den Studierenden selbst sei die Bedeutung der Gendermedizin für die Qualität der medizini­schen Versorgung inzwischen aber oft bewusst. © hil/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER