NewsAuslandUN-Programm warnt vor „humanitärer Katastrophe“ in Afghanistan
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

UN-Programm warnt vor „humanitärer Katastrophe“ in Afghanistan

Montag, 23. August 2021

/picture alliance, ZUMAPRESS.com, U.S. Marines

London – Das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen warnt angesichts der Entwicklung in Afghanistan vor einer „humanitären Katastrophe“. Die Afghanistan-Direktorin des Programms, Mary-Ellen McGroarty, forderte nach der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban eine enge Ab­stimmung innerhalb der internationalen Gemeinschaft.

„Andernfalls wird sich eine ohnehin schon schreckliche Situation zu einer absoluten Katastrophe ent­wickeln“, sagte die UN-Vertreterin der britischen Sonntagszeitung The Observer. Das WFP schätzt, dass von den etwa 38 Millionen Menschen in Afghanistan heute schon 14 Millionen nicht genug zu essen haben. Das Land wird auch von einer schweren Dürre geplagt.

Anzeige

McGroarty appellierte an die Staatenwelt: „Wir müssen Unterstützung ins Land bringen – nicht nur Nah­rung, auch medizinische Unterstützung und Schutz. Wir brauchen Geld, und wir brauchen es jetzt.“ Falls nicht innerhalb von sechs oder sieben Wochen Hilfe eintreffe, werde es zu spät sein – viele Straßen seien dann durch Schnee nicht mehr passierbar.

Der Großteil der humanitären Helfer will unterdessen seine Arbeit in Afghanistan auch nach der Macht­übernahme der Taliban fortsetzen. Alle Organisationen der Vereinten Nationen (UN), wie etwa das Flüchtlingshilfswerk (UNHCR), wollen nach Informationen der Welt am Sonntag (WamS) weiter in dem krisengebeutelten Land bleiben.

Nach Angaben des UN-Informationsbüros in Genf handle es sich dabei um etwa 300 ausländische und rund 3.000 ein­heimische Mitarbeiter. „In vielen Provinzen wurden wir von den Taliban gebeten, dass wir bleiben und unsere nachweislich erfolgreiche Arbeit für Kinder fortsetzen“, so das Kinderhilfswerk Unicef gegenüber der Zeitung.

Laut Einschätzung des UN-Büros in Kabul in dem WamS-Bericht wollen auch die meisten der über 150 nichtstaatlichen Hilfsorganisationen (NGOs) vor Ort bleiben. Dies betreffe mehrere Tausend Mitarbeiter.

Nach Angaben von Unicef würden – unabhängig von den politischen Entwicklungen – bereits fast zehn Millionen Mädchen und Jungen in Afghanistan humanitäre Hilfe benötigen.

Das Welternährungsprogramm (WFP) habe alleine in dieser Woche 80.000 Menschen mit Essen versor­gen können. Insgesamt konnten 400.000 Flüchtlinge innerhalb des Landes verpflegt werden, so die Orga­nisation.

Aktivitäten der Organisation mussten in einigen Gegenden kurzzeitig wegen Kämpfen und Gewalt unter­brochen werden. Die Hilfslieferungen sollen nach Angaben einer Sprecherin kommende Woche wieder fortgesetzt werden. © dpa/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER