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Pflegehaushalte litten in Coronapandemie unter Isolation und Mehrbelastung

Montag, 23. August 2021

/Rawpixel.com, stock.adobe.com

Berlin – Zwei Drittel der zu Hause Gepflegten litt im Verlauf der Coronapandemie unter Angst und Isola­tion. Zudem schätzt jeweils knapp die Hälfte der pflegebedürftigen Personen sowie der pflegenden An­ge­hörigen die Belastungen als sehr viel höher im Vergleich zu vorher ein. Dies zeigen die Ergebnisse einer Befragung der Hochschule Osnabrück, die der Sozialverband VdK in Auftrag gege­ben und heute auf einer Pressekonferenz vorgestellt hat.

Demnach hat die Coronapandemie in etwas mehr als einem Drittel der Pflegehaushalte dazu geführt, dass bestehende Unterstützungsangebote oder -leistungen abgesagt wurden oder nicht mehr in An­spruch genommen werden konnten. VdK-Präsidentin Verena Bentele verwies darauf, dass die ohnehin bestehenden Herausforderungen bei der häuslichen Pflege unter den Pandemiebedingungen noch größer geworden seien.

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78 Prozent der Pflegebedürftigen empfanden die Pandemiezeit als belastend, bei den pflegenden Ange­hörigen waren es sogar 84 Prozent. Vor allem die psychische Belastung wog für mehr als 70 Prozent aller Befragten schwer.

76 Prozent fürchteten selbst an Corona zu erkranken und Spätfolgen zu erleiden. 81 Prozent der Pflege­bedürftigen und 87 Prozent der pflegenden Angehörigen mieden den Kontakt zu Dritten. Fast ein Drittel der Pflegebedürftigen verließ sogar das Haus oder die Wohnung nicht mehr – das eigene Zuhause wurde zur Isolationsstation.

„Für die Pflegeheime legte die Große Koalition millionenschwere Rettungsschirme auf, für die Pflege­kräfte gab es immerhin Applaus und Boni. Nur für die pflegenden Angehörigen zu Hause gab es mal wie­der nix. Damit bestätigte die Politik erneut: Die Pflegenden und Gepflegten zu Hause sind nicht nur die Vergessenen der Pandemie, ihre Belange werden dauerhaft sträflich vernachlässigt“, so Bentele.

Dabei würden 80 Prozent der Pflegebedürftigen daheim gepflegt. Das Thema häusliche Pflege müsse viel stärker in den Fokus der Politik rücken – auch in den jüngsten Pflegereformen sei die Pflege daheim „sträflich vernachlässigt“ worden.

Der VdK verwies in diesem Zusammenhang auch auf das Pflegegeld. Man werde die „einkassierte Erhö­hung“ des Pflegegeldes einklagen – notfalls bis zum Bundesverfassungsgericht, sagte Bentele. Die Erhö­hung aller Pflegeleistungen im Umfang von 1,8 Milliarden Euro sei zwar angekündigt, aber bislang nicht umgesetzt worden. © aha/aerzteblatt.de

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