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Im Klinikum Nürnberg können Opfer sexualisierter Gewalt Spuren vertraulich sichern lassen

Dienstag, 24. August 2021

Blick auf eine Einfahrt zum Klinikum Nürnberg Nord./dpa, Nicolas Armer

Nürnberg – Opfer einer sexuellen Gewalttat haben im Klinikum Nürnberg ab sofort die Möglichkeit, Spuren eines Übergriffs vertraulich sichern zu lassen.

„Gewaltopfer stehen erst einmal unter Schock. Der Gang zur Polizei unmittelbar nach einem sexuellen Übergriff fällt vielen nicht leicht, vor allem dann nicht, wenn der Täter aus dem eigenen Umfeld stammt. Dabei wäre es wichtig, Verletzungen so schnell wie möglich zu dokumentieren und Spuren unmittelbar nach der Tat zu sichern“, hieß es aus dem Klinikum.

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Mit der Sicherung von Spuren ist das Klinikum Nürnberg prinzipiell vertraut. Die Mitarbeiter haben auch bislang schon Spuren gesichert – aber nur dann, wenn Gewaltopfer in Beglei­tung der Polizei gekommen sind.

Das ändert sich nun. Wer einem sexuellen Übergriff zum Opfer gefallen ist, kann alleine oder mit einer Begleitperson direkt in die Notaufnahmen an den Standorten Nord und Süd des Klinikums oder in die gynäkologische oder urologische Ambulanz am Klinikum Nürnberg Nord kommen.

Für Kinder und Jugendliche und deren Eltern beziehungsweise Vertreter ist die Kinderklinik am Klinikum Nürnberg Süd die richtige Anlaufstelle. Sichergestellte Spuren wie Hautpartikel, Haare oder Sperma wer­den fachgerecht asserviert. Fotos von Verletzungen werden ebenfalls an einem sicheren Ort aufbewahrt, bei Erwachsenen maximal zwei Jahre lang.

Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren werden die Spuren maximal fünf Jahre lang gesichert. Innerhalb dieses Zeitraums können sich die Opfer überlegen, ob sie bei der Polizei Anzeige erstatten möchten. Nach Ablauf der Frist werden die Beweisstücke automatisch vernichtet.

Die Krankenkassen tragen die Kosten für die vertrauliche Spurensicherung, so will es der Gesetzgeber. Die Abrechnung erfolgt anonym, die Identität des Opfers wird gegenüber den Krankenkassen nicht preisgegeben.

Der genaue Abrechnungsmodus mit den Krankenkassen steht aber noch nicht fest. „Doch das Klinikum Nürnberg fühlt sich den Opfern von sexueller Gewalt verpflichtet und wird unabhängig davon die ver­trauliche Spurensicherung gewährleisten“, erläutert Achim Jockwig, Vorstandsvorsitzender des Klinikums Nürnberg. Für die Opfer ist die vertrauliche Spurensicherung in jedem Fall kostenfrei. © hil/aerzteblatt.de

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