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Medizin

USA: Waldbrände in Kalifornien führten zu mehr Frühgeburten

Mittwoch, 6. Oktober 2021

/Sergey Novikov, stock.adobe.com

Palo Alto/Kalifornien – Die häufigen Waldbrände haben in Kalifornien zu einem Anstieg der Frühgebur­ten geführt. US-Forscher schätzen in Environmental Research (2021; DOI: 10.1016/j.envres.2021.111872), dass zwischen 2006 und 2012 etwa 7.000 Kinder zusätzlich vor der 37. Woche geboren wurden, weil die Luftverschmutzung zu vorzeitigen Wehen geführt hat.

Der Rauch von Waldbränden enthält zahllose Substanzen, die schädlich für die Gesundheit sind. Ein Marker ist die erhöhte Feinstaubkonzentration (PM 2,5), da mit den feinen Partikeln, die bis in die unte­ren Atemwege eingeatmet werden, auch andere Toxine aus dem Rauch in den Körper gelangen. Bei Schwangeren könnte dies die Wahrscheinlichkeit einer Frühgeburt erhöhen.

Ein Team um Marshall Burke von der Stanford Universität in Palo Alto hat Satellitendaten der Rauch­fahnen der Waldbrände in den Jahren 2006 und 2012 mit Schätzungen zur bodennahen PM 2,5-Belas­tung kombiniert und mit den Frühgeburten der einzelnen Kreise (Counties) in Verbindung gesetzt. Ihr Computeralgorithmus ermittelte, dass mit jedem Tag, an dem die Schwangeren dem Rauch der Wald­brän­de exponiert waren, das Risiko einer Frühgeburt anstieg.

Eine mittlere Exposition über eine ganze Woche ging bereits mit einem um 3,4 % höheren Risiko einher. Die stärksten Auswirkungen hatte dabei eine Exposition zwischen der 14. und 26. Schwangerschafts­woche vor allem, wenn der Rauch die PM 2,5- Konzentration um mehr als 5 mg/m3 erhöht hatte.

Die Waldbrände der Jahre 2007 bis 2012 könnten den Berechnungen zufolge für 6.974 (95-%-Konfidenz­intervall 5.513 bis 8.437) Frühgeburten verantwortlich gewesen sein, was einem Anteil von 3,7 % aller Frühgeburten in diesem Zeitraum entspricht. Im Jahr 2008 mit den stärksten Waldbränden des Untersuchungszeitraums könnte der Anteil sogar bei 6 % gelegen haben. Die Auswirkungen des Feuers im letzten Jahr und das diesjährige „Dixie Fire“ könnten laut Burke sogar noch größere Auswirkungen haben.

Der Forscher rät allen Schwangeren, eine Rauchexposition zu vermeiden und sich bevorzugt in Innenräu­men aufzuhalten. Im Freien sollten Schwangere eine geeignete Maske tragen, die auch andere Menschen vor den Folgen der Waldbrände schützen könnte. © rme/aerzteblatt.de

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