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Proteste gegen Coronamaßnahmen in Deutschland, Frankreich und Griechenland

Montag, 30. August 2021

/picture alliance / Geisler-Fotopress, Jean MW

Berlin – Die Proteste gegen die Coronamaßnahmen ebben nicht ab. Das gilt nicht nur für Deutschland. In Berlin gingen Tausende auf die Straßen. Weit mehr noch waren es am Wochenende aber in Frankreich – und auch in Griechenland wurde weiter protestiert.

In Berlin liefen mehrere Tausend Menschen am Wochenende trotz Verboten durch die Stadt und lieferten sich dabei immer wieder ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei. Gut 2.000 Einsatzkräfte waren am Samstag und Sonntag jeweils im Einsatz und schirmten das Regierungsviertel ab.

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Jeweils mehrere Tausend Menschen waren in Mitte und Friedrichshain auf dem Straßen. Einsatzkräfte begleiteten die Gruppen und forderten sie auf, Abstand zueinander zu halten und Masken zu tragen – was in der Regel nicht geschah. Die Polizei löste die Demonstrationen aber nicht auf.

„Es irren derzeit wenige Tausend Menschen durch die Straßen“, teilte die Polizei mit. „Sie laufen immer wieder auf unsere Absperrungen auf und suchen sich dann neue Umwege.“ Als Fazit fügte sie hinzu: „Ein nicht vorhandener Plan lässt sich nur schwer verhindern.“

Mehrere Demonstrationen waren verboten worden, weil die Versammlungsbehörde erwartete, dass In­fektionsschutzvorgaben wie Abstand und Maskentragen nicht eingehalten werden. In einem Fall einer Kundgebung auf dem Leipziger Platz kippte das Verwaltungsgericht das Verbot. Dort versammelten sich gestern mehrere Hundert Menschen.

Tausende Impfverweigerer haben auch in Athen und Thessaloniki gegen die Coronaimpfpolitik der kon­servativen Regierung demonstriert. In Athen versammelten sich nach Schätzungen des Staatsfernsehens rund 3.000 Demonstranten. In Thessaloniki seien es mehr als 5.000 Menschen gewesen, berichteten örtliche Medien.

Die konservative Regierung hat es bereits gesetzlich durchgesetzt, dass sich nur noch Geimpfte in den Innenräumen von Gastronomie- und Kulturbetrieben aufhalten dürfen. Zudem sollen nicht geimpfte Beschäftigte im Gesundheitssektor vom 1. September an von ihrer Arbeit freigestellt und – solange sie nicht geimpft sind – nicht bezahlt werden. Dies gilt bereits im Bereich Altenpflege seit dem 16. Au­­gust.

Die Zahl der Neuinfektionen ist in Griechenland in den vergangenen Wochen hauptsächlich wegen der Urlaubszeit in die Höhe geschnellt. In weiten Teilen Kretas und anderer Inseln im Süden der Ägäis gilt bereits seit Tagen ein nächtliches Ausgangsverbot zwischen 1 Uhr und 6 Uhr.

In Frankreich haben den siebten Samstag in Folge landesweit zehntausende Menschen gegen die Coro­naregeln protestiert. In der Hauptstadt Paris und zahlreichen weiteren Städten machten die Demon­stran­ten vor allem ihrem Ärger über den Gesundheitspass Luft, wie Reporter der Nachrichtenagentur berich­teten. „Freiheit“ und „Widerstand“ skandierten die Teilnehmer der Protestmärsche in Paris. Insgesamt be­teiligten sich nach Angaben des Innenministeriums rund 160.000 Menschen an den Demonstrationen.

Die Polizei meldete 16 Festnahmen. Drei Beamte seien leicht verletzt worden. Seit Mitte Juli gehen samstags landesweit zehntausende Menschen gegen die verschärften Coronaregeln in Frankreich auf die Straße. Sie lehnen die Impfpflicht für das Gesundheits- und Pflegepersonal ebenso ab wie die Auswei­tung der Nachweispflicht auf fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens.

Befürworter der Coronaschutzimpfung in Frankreich haben für heute zu einer Demonstration in Lyon auf. Es gehe angesichts anhaltender Proteste von Impfgegnern darum zu zeigen, dass diese in der Minderheit sind, sagte Mitorganisator Jacques Boucaud dem Sender France Info.

„Wir haben entschieden, uns Gehör zu verschaffen und zu zeigen, dass wir bereit sind, uns impfen zu lassen.“ Ein Großteil der Bevölkerung wolle aus der Situation herauskommen, in der man seit eineinhalb Jahren stecke. „Wir kennen die Erklärungen der Wissenschaftler und die Studien der echten Experten die zeigen, dass die Impfung der einzige Ausweg aus dieser Pandemie ist.“

Empört zeigte sich der Mitorganisator der Kundgebung über die Atmosphäre, die durch den Streit um die Coronaimpfung entstanden sei. Da werde von „Widerstand“ und „Diktatur“ gesprochen, aber diese Wörter hätten eine Bedeutung. „Redet mal über Widerstand und Diktatur mit den Afghanen.“ Der Demonstra­tionsaufruf trägt das Motto „Bürgerliche Brüderlichkeit, alle geimpft für mehr gemeinsame Freiheit“. © dpa/aerzteblatt.de

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