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Medizin

Hautkrebsscreening senkt (wahrscheinlich) die Mortalität

Montag, 30. August 2021

Eine Hautärztin untersucht eine verdächtige Hautveränderung bei einem Patienten/NCT/UCC, Philip Benjamin

Dresden – Gesetzlich Krankenversicherte ab 35 Jahren haben in Deutschland alle 2 Jahre Anspruch auf eine Hautkrebs-Früherkennungsuntersuchung. Forschende am Nationalen Centrum für Tumorerkran­kun­gen Dresden (NCT/UCC) und der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus Dresden fanden nun in einer groß angelegten Analyse von Krankenkassendaten von gut 1,4 Millionen Versicherten aus Sachsen deut­liche Hinweise darauf, dass das Screening die hautkrebsbedingte Sterblichkeit tatsächlich senken könnte. Die Ergebnisse sind im British Journal of Dermatology erschienen (2021; DOI: 10.1111/bjd.20658).

Die Arbeitsgruppe analysierte Krankenkassendaten von gut 1,4 Millionen Versicherten der AOK Plus aus Sachsen aus den Jahren 2010 bis 2016. Sie verglichen dabei die Sterblichkeit 2er Gruppen von Patienten, bei denen im genannten Zeitraum ein Melanom neu diagnostiziert wurde. Die Personen aus Gruppe 1 hatten im relevanten Zeitraum mindestens 1 Mal am Screening teilgenom­men, Gruppe 2 hatte nicht am Screening teilgenommen.

Es zeigte sich: Die Sterblichkeit mit neu diagnostiziertem Melanom war in der 1. Gruppe mit Screening-Teilnahme um 38 % geringer als in der Vergleichsgruppe. Die Analyse ließ zudem Rückschlüsse darauf zu, dass Hautkrebs bei den Personen aus Gruppe 1 in früheren Stadien entdeckt wurde.

Bei der Analyse haben die Forscher Unterschiede zwischen beiden Gruppen herausgerechnet, die zu einer Verzerrung des Ergebnisses führen können, beispielsweise unterschiedliche Zusammensetzungen hinsichtlich Alter, Geschlecht oder ausgewählten weiteren Erkrankungen.

„Die Studie ist ein wichtiges positives Signal in der Bewertung des Screenings. Sie liefert starke Anhalts­punkte dafür, dass das nationale Vorsorgeprogramm im Kampf gegen Hautkrebs sinnvoll ist und für die teilnehmenden Personen einen Nutzen bringt“, sagte Friedegund Meier, Leiterin des Hauttumorzentrums am NCT/UCC. Weitere großangelegte Untersuchungen in dieser Frage wären aus seiner Sicht wünschenswert, um verbleibende Unsicherheiten zu minimieren

Die Wissenschaftler weisen daraufhin, dass es trotz aller mathematischen Modellierungen statistische Verzerrungen möglich seien, die das Ergebnis verfälschen könnten. „Denkbar ist beispielsweise, dass gesündere Menschen eher zum Screening gehen und dieser Faktor die Überlebenswahrscheinlichkeit in Gruppe 1 positiv beeinflusst“, erklärte Erstautor Thomas Datzmann. © hil/aerzteblatt.de

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