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Pharmahersteller muss an Krebs erkrankter Kundin Auskunft erteilen

Montag, 30. August 2021

/peterschreiber.media, stock.adobe.com

Frankfurt am Main – Eine an Krebs erkrankte Frau kann von einem Medikamentenhersteller Auskunft verlangen, wenn dessen Mittel mit einem möglicherweise krebserregenden Stoff verunreinigt gewesen ist.

Das Unternehmen müsse die Kundin über alle Wirkungen informieren, „die bei der Bewertung schädli­cher Folgen von Bedeutung sein können“, erklärte das Oberlandesgericht Frankfurt (OLG) am Main heute. Die Frau hatte das Mittel fünf Jahre lang eingenommen (Az. 26 U 62/19).

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Kurze Zeit später teilte das Unternehmen mit, dass bei einem seiner Wirkstoffhersteller eine Verunrei­nigung mit einem wahrscheinlich krebserregenden Stoff festgestellt worden sei. Es rief alle Packungen und Chargen zurück, auch die nicht betroffenen. Als die Frau an Krebs erkrankte, klagte sie zunächst erfolglos vor dem Landgericht Hanau auf Auskunft und Schmerzensgeld.

Das Oberlandesgericht gab ihr nun teilweise recht: Das Unternehmen müsse ihr bekannte Wirkungen und Erkennt­nisse mitteilen, die für die Bewertung der Vertretbarkeit schädlicher Wirkungen mit Bezug zu Krebs wichtig sein könnten, erklärte es.

Es lägen Tatsachen vor, welche die Annahme begründeten, dass das Medikament den geltend gemachten Schaden verursacht habe. Nicht notwendig sei, dass die Klägerin beweise, dass die von ihr einge­nommenen Medikamente aus den verunreinigten Chargen stammten. © afp/aerzteblatt.de

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