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Boehringer-Chefin: Biotech-Standort Deutschland fällt zurück

Dienstag, 31. August 2021

/dpa

Mainz – Die Bundesrepublik droht nach Ansicht der Deutschland-Chefin des Pharmakonzerns Boehringer Ingelheim bei den Biotechnologien ihren Spitzenplatz im internationalen Wettbewerb zu verlieren.

Deutschland habe lange Zeit als Pionier in diesem Bereich gegolten, sagte Sabine Nikolaus gestern bei einer Podiumsdiskussion in Mainz. Doch inzwischen stagniere hierzulande die Zahl der Firmenneu­grün­dungen und der Abstand zu den USA und Großbritannien werde größer.

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Auch aus Südkorea und China nehme der Konkurrenzdruck zu, sagte sie. Von der neuen Bundesregierung erwarte die deutsche Pharmaindustrie daher „Rückenwind im internationalen Wettbewerb“. Konkret geht es nach Worten Nikolaus' dabei unter anderem um einen „international wettbewerbsfähi­gen Regulie­rungsrahmen“ und bessere Bedingungen für Wagniskapital.

„Die Coronakrise hat gezeigt, wozu der Pharmastandort Deutschland wirklich fähig ist, wenn alle Signale auf Grün stehen und alle am gleichen Strang ziehen – Wirtschaft und Politik“, sagte sie mit Hinweis auf die Entwicklung des Coronaimpfstoffs des Mainzer Unternehmens Biontech. Die Biotechnologie habe in der Pandemie gezeigt, wozu sie in der Lage sei.

Nikolaus warb dafür, der Pharmaindustrie die Nutzung von Patientendaten zu ermöglichen, um damit die Forschung und Gesundheitsfürsorge voranzubringen. Diese Daten „in anonymisierter oder pseudonymi­sierter Form“ böten Forschern einen „Riesenmehrwert“ etwa in der Krebsbekämpfung.

Die Veranstaltung in Mainz bildete den Auftakt einer bundesweiten „Debattentour“ mit Haltepunkten in neun weiteren Städten, auf der der Verband forschender Arzneimittelhersteller (vfa) mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik vor der Bundestagswahl über die Zukunftsperspektiven des Pharmastandortes Deutschland diskutiert. © dpa/aerzteblatt.de

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