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Politik

Pflegepolitiker wünschen sich Aufwertung des Pflegeberufs

Dienstag, 31. August 2021

/dpa

Berlin – Pflegekammer, Aufwertung des Berufs, Generalistik, Digitalisierung: Die Pflegepolitik steht auch weiterhin vor zahlreichen Herausforderungen. Das zeigte der Pflegepolitische Talk der Bundespflege­kammer, der gestern stattfand.

Die Pflegebeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Heike Baehrens, sprach sich dabei für die Einrichtung von Pflegekammern im Gesundheitswesen aus. „Wir brauchen Pflegekammern in Deutschland, die un­mittelbar in die politische Rahmensetzung eingreifen können“, sagte sie. „Wir sehen, welchen Einfluss die Ärzte und Apotheker mit ihren Kammerstrukturen haben. Nur mit Pflegekammern werden wir die Pflege wirklich stärken können.“

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In diesem Zusammenhang befürwortete sie, dass die Pflege einen anderen Stellenwert im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) erhält und dass sich eine starke Gewerkschaft in der Pflege entwickelt, die für gute Tarifverträge sorgt.

Die Sprecherin der Grünen-Fraktion für Pflegepolitik, Kordula Schulz-Asche, machte sich für eine Aufwer­tung des Pflegeberufs stark. „Aufgrund des demografischen Wandels wird die Fachpflege in den nächsten Jahrzehnten noch wichtiger werden“, meinte sie. Sie befürwortete, dass entsprechend qualifizierte Pflege­fachpersonen zum Beispiel in Stadtteilen eigenständig die pflegerische Arbeit koordinieren. „Dafür brau­chen wir mehr akademisch ausgebildete Pflegende“, betonte sie.

Zudem forderte sie die Einführung einer bundeseinheitlichen Ausbildung zur Pflegeassistenz. „Im Mo­ment gibt es in den Ländern verschiedene Ausbildungen. Wenn eine Pflegekraft in ein anderes Bundes­land umzieht, wird deren Ausbildung dort nicht anerkannt. Das ist doch irre“, sagte Schulz-Asche.

Union: Kinderkrankenpflege aus der Generalistik herauslösen

Erich Irlstorfer (CSU) setzte sich für die Einführung eines verpflichtenden Gesellschaftsjahrs ein, mit dem der Pflegemangel in Deutschland reduziert werden könne. Die Pflege habe sich noch immer nicht vom Wegfall der Zivildienstleistenden erholt, sagte Irlstorfer. Ein Gesellschaftsjahr sei ein niederschwelliges Angebot für junge Menschen, die sich in der Pflege ausprobieren könnten.

Zudem befürwortete er, die Ausbildung zur Kinderkrankenpflege wieder aus der generalistischen Pflege­ausbildung herauszunehmen. Mit dem Pflegeberufegesetz wurden die bislang getrennten Ausbildungen zur Kranken-, Kinderkranken- und zur Altenpflege zusammengeführt.

Dabei können sich die Auszubildenden entscheiden, ob sie im dritten Jahr die generalistische Ausbildung fortsetzen oder ob sie einen Schwerpunkt auf die Alten- oder die Kinderkrankenpflege setzen wollen. Da die neue Ausbildung Anfang 2020 begonnen hat, sei derzeit noch nicht abzusehen, wie sich die Auszubil­denden dabei entscheiden werden.

Er bekomme viele Zuschriften, denen zufolge die generalistische Ausbildung junge Menschen davon ab­halte, sich in der Kinderkrankenpflege ausbilden zu lassen, sagte Irlstorfer. Zudem gebe es zu wenige Kinderkliniken, in denen eine praktische Ausbildung stattfinden könne.

Die pflegepolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Nicole Westig, forderte den Ausbau einer zusätzlichen privaten Vorsorge, um Pflegeleistungen zu finanzieren. „Es werden immer weniger junge Menschen in die Pflegeversicherung einzahlen, während es einen immer höheren Leistungsbedarf gibt“, sagte Westig. Nur mit Beitragserhöhungen werde man diese Diskrepanz nicht auflösen können. Während einer Übergangszeit werde man zudem über eine zeitweise Steuerfinanzierung nachdenken müssen.

Zudem sprach sie sich für einen Ausbau der Digitalisierung in der Pflege aus, um die Arbeit der Pflege­kräfte zu unterstützen. Bei der Digitalisierung der Pflege gehe es nicht darum, dass die Menschen von Robotern betreut werden, betonte sie in diesem Zusammenhang. In Gesprächen höre sie immer wieder, dass Menschen unter einer Digitalisierung in der Pflege eine Betreuung durch Roboter verstehen. © fos/aerzteblatt.de

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