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Techniker Krankenkasse sieht Einsparpotenzial bei patentgeschützten Arzneimitteln

Dienstag, 31. August 2021

/Pixelot, stock.adobe.com

Hamburg – Die Techniker Krankenkasse (TK) hält patentgeschützte Arzneimittel für deutlich zu teuer. Zu­sammen mit einem Wissenschaftlerteam der Universität Bremen hat die TK errechnet, wieviel Geld die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) sparen könnte.

Der TK zufolge entsprach die Menge der definierten Tagesdosen der Originalpräparate im Jahr 2019 nur 6,4 Prozent des Gesamtverbrauchs. Allerdings machte ihr Umsatz mit 46,3 Prozent fast die Hälfte der Arznei­mittelausgaben der GKV aus. Er lag bei 21,6 Milliarden Euro.

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„Gerade vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Ausgabenentwicklung in der GKV müssen wir die Preisbildung in diesem Bereich besonders unter die Lupe nehmen“, sagte Thomas Ballast, stellvertreten­der Vorstandsvorsitzender der TK. Er betonte, patentgeschützte Arzneimittel seien einer der größten Kostentreiber für die GKV.

Die Bremer Wissenschaftler um Gerd Glaeske haben für ihre Berechnung das Preismodell der „Interna­tio­nal Association of Mutual Benefit Societies“ (AIM) zugrundegelegt, das anhand objektiver Kriterien faire und transparente Arzneimittelpreise berechnen soll, die auf den Herstellerkosten sowie marktüblichen Renditeaufschlägen basieren.

„Unsere Berechnungen mit dem AIM-Modell zeigen, dass die tatsächlichen Arzneimittelpreise derzeit bis zu 13-mal so hoch sind wie sie fairerweise sein sollten. Auf den Umsatz gerechnet ergibt das überschüs­si­ge Kosten in Höhe von etwa 173 Prozent für patentgeschützte Arzneimittel – etwa 13 Milliarden Euro pro Jahr“, sagte Glaeske.

Das Wissenschaftlerteam kritisiert insbesondere, dass die pharmazeutischen Unternehmen in Deutsch­land den Markteintrittspreis ihrer neuen Arzneimittel ein Jahr lang frei wählen können. „Somit sind es vor allem die Preisvorstellungen der Hersteller, die sich im Erstattungsbetrag widerspiegeln“, heißt es in der Publikation. Künftig sei es daher wichtig, weitere Kriterien wie den „AIM Fair Pricing Calculator“ für die Preisfindung zu nutzen. © hil/aerzteblatt.de

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