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Ärzteschaft

116117: Medizinische Ersteinschätzung mit großem Spektrum genutzt

Dienstag, 31. August 2021

/dpa

Berlin – Eine erste bundesweite Auswertung der strukturierten medizinischen Ersteinschätzung über die 116 117 zeigt ein breites Spektrum von Behandlungsanlässen. Nach einer Analyse des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) meldeten sich die Patientinnen und Patienten mit 105 verschiedenen Behandlungsanlässen.

Das Zi analysierte Daten der im Rahmen der 116117 genutzten Software SmED (Strukturierte medizini­sche Ersteinschätzung in Deutschland). Von Mai 2020 bis Mai 2021 riefen demnach knapp eine Million Patienten die Servicenummer des KV-Systems an.

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Etwa 110.000 Anfragen waren auf COVID-19-Informationen sowie typische Beschwerdebilder zurückzu­führen. Mehr als 850.000 Anrufende meldeten sich mit anderen Beschwerden – darunter Rückenschmer­zen (81.546) und Bauchschmerzen (73.540). Die übrigen 752.000 Anrufe waren anderen Beschwerdebil­dern zuzuordnen.

„Die Vielfalt der Behandlungsanlässe zeigt, wie wichtig gerade im Fall seltenerer Beschwerden eine qualitätsgesicherte und strukturierte medizinische Ersteinschätzung ist“, betonte der Vorstandsvorsitzen­de des Zi, Dominik von Stillfried.

Genau das biete SmED. Die Software fungiere als eine Gedächtnisstütze für das medizinische Fachper­sonal, damit auch unter Zeitdruck oder starker Belastung keine wichtigen Fragen vergessen würden, die notwendig seien, um die Dringlichkeit und den besten Ort für die Behandlung zu identifizieren.

Mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG), das im Mai 2019 in Kraft getreten ist, wurde unter anderem festgelegt, dass die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) ab Januar 2020 unter der bundesweiten Rufnummer 116117 rund um die Uhr erreichbar sind. Patienten, die mit akuten gesundheitlichen Beschwerden die 116117 wählen, werden per SmED in die angemessene Ver­sorgungebene vermittelt.

SmED soll das medizinische Fachpersonal bei der systematischen Abfrage von Symptomen in Kombi­na­tion mit allgemeinen und symptomspezifischen Risikofaktoren sowie bei der Entscheidung, welches die passende Versorgungsmöglichkeit für den Anrufenden ist, unterstützen. „Dadurch soll eine hohe Patien­tensicherheit gewährleistet und abwendbare gefährliche Verläufe zutreffend identifiziert werden“, so von Stillfried.

Schon bald wolle man Patienten die Möglichkeit bieten, über SmED selbstständig am heimischen Com­puter eine Online-Ersteinschätzung vorzunehmen. Zudem werde die Anwendung von SmED in verschie­denen Praxissettings erprobt und angewandt – so etwa am Gemeinsamen Tresen von Bereitschafts­praxen und Notaufnahmen. © aha/EB/aerzteblatt.de

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