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Ärzteschaft

Zahl der in MVZ tätigen Ärzte in Hamburg steigt weiter an

Mittwoch, 1. September 2021

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Hamburg – Die Anzahl der in Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) tätigen Ärzte ist in Hamburg zwischen 2015 und 2019 von 764 um 45 Prozent auf 1.108 angestiegen. Im gleichen Zeitraum sank die Zahl der in Einzelpraxen tätigen Ärzte in Hamburg von 2.569 um drei Prozent auf 2.494.

Die Zahl der Ärzte, die in Hamburg in Gemeinschaftspraxen arbeiteten, stieg von 1.757 um acht Prozent auf 1.893. Das geht aus Berechnungen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hervor, die heute auf dem 3. Hamburger Versorgungsforschungstag der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg (KVHH) vorgestellt wurden.

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„Wir sehen die zunehmende Bedeutung der MVZ für die Patientenversorgung in Hamburg“, kommentierte Mitautorin Mandy Schulz. Das Zi hat die Zahl der Ärztinnen und Ärzte zudem in Vollzeitäquivalente (VZÄ) umgerechnet.

Nach VZÄ stieg die Zahl der MVZ-Ärzte nicht um 45 Prozent, sondern um 29 Prozent. Die Zahl der Ärzte in Einzelpraxen sank nicht um drei, sondern um zwölf Prozent. Und die Zahl der in Gemeinschaftspraxen tätigen Ärzte stieg nicht um acht Prozent, sondern stagnierte.

Dabei findet die haus- und fachärztliche Versorgung insbesondere in Einzelpraxen statt. 2019 waren 28 Prozent der in Einzelpraxen tätigen Ärzte Hausärzte sowie 25,4 Prozent der in Gemeinschaftspraxen täti­gen Ärzte und 19 Prozent der in MVZ tätigen Ärzte. 57,8 Prozent der in Einzelpraxen tätigen Ärzte waren zudem Vertreter der allgemeinen fachärztlichen Versorgung sowie 46,1 Prozent der in Gemeinschaftspra­xen tätigen Ärzte und 41,4 Prozent der in MVZ tätigen Ärzte.

Die spezialisierte sowie die gesonderte fachärztliche Versorgung wird anteilig hingegen in erster Linie in MVZ durchgeführt. Der Studie zufolge werden Kinder, Jugendliche und Erwachsene bis 45 Jahren haupt­sächlich in Einzelpraxen behandelt, Erwachsene im Alter zwischen 46 und 60 Jahren in MVZ und Erwach­sene ab 61 Jahren in Gemeinschaftspraxen.

Mehr sprechende Medizin in Einzelpraxen

In der Studie wurde auch die Leistungsstruktur der einzelnen Praxisformen untersucht. „MVZ nehmen seltener an der Leistungserbringung zur Prävention teil, zum Beispiel dem Impfen, sowie an der haus­ärztlichen Versorgung im Rahmen von Hausbesuchen“, sagte Schulz. „Dafür sind sie überproportional an spezialisierten Leistungen, wie der Bildgebung oder Katarakt-Operationen, beteiligt.“

In Einzel- und Gemeinschaftspraxen ist die Versorgungsbreite größer als in MVZ. So lag die Anzahl der Gebührenordnungspositionen (GOP) in den Einzelpraxen im Durchschnitt bei 17, in Gemeinschaftspraxen bei 13 und in MVZ bei zehn. „In Einzelpraxen findet zudem mehr sprechende Medizin und Versorgung von chronisch Kranken statt, in Gemeinschaftspraxen und MVZ hauptsächlich Laborleistungen“, so Schulz.

Dabei variiere die Behandlung durch verschiedene Ärzte im MVZ stärker als die Behandlung durch verschiedene Fachgruppen. Auch finde eine fachgruppenübergreifende Versorgung am ehesten in Einzel- und Gemeinschaftspraxen statt und seltener in MVZ.

Etwa vier von fünf Behandlungsfällen finden der Untersuchung zufolge in MVZ auf Überweisung statt. „Es gibt somit kaum eine direkte Inanspruchnahme von MVZ durch die Patienten“, sagte Schulze. Zudem finde eine kontinuierliche Versorgung der Patienten hauptsächlich in Einzelpraxen statt. © fos/aerzteblatt.de

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