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Politik

Gesundheitsbereich gehört zu den wichtigsten Wirtschaftsbranchen

Mittwoch, 1. September 2021

/RGtimeline, stockadobcom

Berlin – Die Gesundheitswirtschaft leistet einen erheblichen Anteil zur wirtschaftlichen Lage in Deutsch­land. Sie zählt zu den wichtigsten Branchen der Volkswirtschaft. Das geht aus der neuen Ausgabe der Ge­sundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung hervor, den das Bundesministerium für Wirtschaft und Ener­gie (BMWi) heute veröffentlicht hat.

Die deutsche Gesundheitswirtschaft erwirtschaftete demnach im Jahr 2020 laut der Gesamtrechnung rund 12,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Dies entspricht in etwa jedem achten Euro des deutschen Bruttoinlandsprodukts. Gleichzeitig ist sie Arbeitgeber für rund 7,4 Millionen Menschen in Deutschland.

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Darüber hinaus sind ihr rund 8,8 Prozent der gesamtdeutschen Exporte zuzuschreiben – „dies ist viel für eine Branche, die einen Großteil ihrer Wertschöpfung durch die Erbringung von Dienstleistungen am Patienten erzielt“, heißt es in der Gesamtrechnung.

Seit dem Jahr 2011 habe sich das Exportvolumen der Gesundheitswirtschaft mit 40,4 Milliarden Euro auf das Anderthalbfache erhöht. Das durchschnittliche Wachstum der Exporte betrug dabei 4,3 Prozent pro Jahr. Die zentralen ökonomischen Kennzahlen der Gesundheitswirtschaft wiesen im Vergleich zur Ge­samtwirtschaft langfristig überdurchschnittliche Wachstumsraten auf, so der BMWi.

Die Industrie überzeugen diese Zahlen aber nicht. Die Industrie überzeugen diese Zahlen aber nicht. „Das Wachstum der Biotechneugründungen erreichte im vergangenen Jahr – trotz des Coronaimpfstoffbooms – nur ein Prozent. Investitionen in neuartige Therapien und digitale Zukunftstechnologien gibt es hier­zulande immer weniger“, warnte der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI).

Wegen des steigendenden Wettbewerbs aus Asien und den USA stehe die Branche vor einem immensen Strukturwandel. „Der Ruf als Apotheke der Welt und als globales Innovationszentrum für medizintechni­sche Lösungen droht verloren zu gehen“, warnte Iris Plöger, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung.

Deutschland müsse endlich seine Wanderstiefel gegen Sportschuhe tauschen, um digitale Infrastruktur im Gesundheitsbereich zu errichten, mehr Daten für private Forschung und Entwicklung bereitzustellen und einen Innovationsfonds für vernetzte Gesundheitsforschung aufzubauen.

„Wir können im internationalen Wettlauf um digitale Gesundheitslösungen nur mithalten, wenn wir gerade beim digitalen Wandel politisch schneller werden“, sagte Plöger. © hil/aerzteblatt.de

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