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Medizin

Neue Antibiotika­kombination: Direkt resistente Bakterien gefunden

Mittwoch, 1. September 2021

/dpa

Braunschweig/Gießen – Wissenschaftler haben in Deutschland Bakterien entdeckt, die gegen eine viel­versprechende Wirkstoffkombination von Reserveantibiotika resistent sind.

„Das ist besorgniserregend, denn diese Wirkstoff-Kombination wird hier noch nicht klinisch eingesetzt“, sagte der Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie der Universität Gießen, Trinad Chakra­borty. Eigentlich sei die Wirkstoffkombination ein Hoffnungsträger, um gefährliche antibiotikaresistente Krankenhauskeime zu behandeln. Diese Erwartung könne möglicherweise nicht erfüllt werden, hieß es.

Die Wissenschaftler der Universität Gießen und des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) in Braunschweig präsentieren ihre Ergebnisse im Fachjournal Antimicrobial Agents and Chemotherapy (DOI: 10.1128/AAC.01090-21). Ein Schwerpunkt des DZIF ist die Forschung an neuen Antibiotika.

Konkret geht es um Enterobakterien. Dazu zählen Krankenhauskeime, die schwere Infektionen im Darm und in den Harnwegen verursachen können. Laut den Wissenschaftlern steigt die Gefahr, sich mit diesen Erregern zu infizieren, da sie zunehmend widerstandsfähig gegen eine Gruppe von Antibiotika sind, die sogenannten Carbapeneme. Diese gelten als entscheidende Antibiotikareserve für Notfälle, wenn andere Antibiotika nicht mehr anschlagen.

Um Enterobakterien dennoch behandeln zu können, setzen Forscher auf eine neue, in Deutschland bis­her nicht eingesetzte Kombination aus zwei antimikrobiellen Substanzen – dem älteren Antibiotikum Aztreonam und dem neueren Hemmstoff Avibactam. Die Kombination soll die Resistenz gegen Carbape­neme aufheben und die Bakterien wieder angreifbar machen.

Nun fanden die Forscher im Rahmen einer Überwachungsstudie zu hochresistenten Erregern in Hessen mithilfe einer Genomanalyse Bakterien, denen die Aztreonam-Avibactam-Kombination bereits nichts mehr anhaben kann. Es ist den Angaben zufolge das erste Mal, dass solche resistenten Erreger auch in Deutschland nachgewiesen wurden.

Gerade in Krankenhäusern zirkulieren oft Bakterien, gegen die kaum ein Antibiotikum mehr wirkt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht in wachsenden Resistenzen eine große Gefahr.

In vielen Ländern werden nach Expertenangaben mehr als die Hälfte der Antibiotika falsch eingesetzt. So bekommen Patienten Antibiotika bei Virusinfektionen, obwohl sie nur bakterielle Infektionen be­kämpfen oder ein Breitbandantibiotikum, wenn ein zielgerichteteres Medikament besser wäre. © dpa/aerzteblatt.de

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