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Ärzteschaft

Influenza: Ärztekammer kritisiert Impfungen in Apotheken

Freitag, 3. September 2021

/dpa

Stuttgart – Die Landesärztekammer Baden-Württemberg kritisiert die in drei Modellregionen des Landes startenden Grippeschutzimpfungen in Apotheken. „Eine Impfung ist mehr als nur ein ‚Pieks‘“, sagte der Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg Wolfgang Miller.

Miller erklärte, es sei zunächst ärztlicherseits die Impffähigkeit festzustellen, schließlich könnten chro­nische oder akute Erkrankungen im Einzelfall eine Kontraindikation für eine Impfung darstellen. Ferner würden Impfungen Risiken bergen, die akut oder verzögert auftreten könnten.

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„Dies zu überblicken und zu beherrschen gehört ebenfalls in die Hand des Arztes“, sagte der Kammerprä­sident. Er betonte, die Ärzteschaft habe während der Coronapandemie bewiesen, dass sie Impfungen im großen Stil zu bewältigen wisse, „natürlich inklusive der individuellen und ausführlichen Impfaufklä­rung“.

Das startende Modellprojekt zu den Influenza-Impfungen in Apotheken haben der Landesapothekerver­band Baden-Württemberg (LAV) und die AOK Baden-Württemberg vereinbart. Potenziell können rund 360 Apotheken an diesem Projekt teilnehmen und AOK-Versicherte impfen.

Für das Modellprojekt wurden drei baden-württembergische Regionen ausgewählt: der Raum Mannheim, die Region Ostwürttemberg und der Raum Esslingen/Göppingen. Die Auswahl dieser Regionen war nicht zufällig.

„Wir haben uns angeschaut, wie gut Grippeschutzimpfungen bislang angenommen werden und dabei sowohl ländliche als auch städtische Regionen in die Betrachtung einbezogen. Das Modellprojekt soll zeigen, ob die Bevölkerung dieses Angebot in der Apotheke annimmt“, sagte AOK-Vorstandsvorsitzender Johannes Bauernfeind.

„Dieser weitere, niedrigschwellige Zugang zur Grippeimpfung in öffentlichen Apotheken macht es den Menschen leichter, sich gegen Influenza impfen zu lassen“, sagte LAV-Präsidentin Tatjana Zambo.

Das sieht die Landesärztekammer anders: „Die Terminvereinbarung für Impfungen ist in Arztpraxen im Normalfall vollkommen problemlos und wird, wenn überhaupt, nur durch Lieferengpässe des Impfstoffs verzögert“, sagte Miller. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #672734
isnydoc
am Montag, 6. September 2021, 16:09

Bessere Argumentw wo?

Wo ist die Impfung "billiger" zu haben?
Was kostet es wo?
Avatar #764973
Mihano
am Freitag, 3. September 2021, 17:58

Kritik ohne Substanz

Die geübte Kritik an Influenzaimpfungen in Apotheken bleibt m. E. recht substanzlos. Dass in Hausärztlichen Praxen die Impffähigkeit festgestellt würde, dürfte in den meisten Fällen nicht zutreffen. Ein Termin wird vereinbart und die MFA impft. Oft wird noch nichtmal nach dem derzeitigen Gesundheitszustand nachgefragt. Das kann in Apotheken genausogut durchgeführt werden. Bei etwaigen Nebenwirkungen wird dann bei dem/der Hausarzt/-Ärztin nachgefragt. U.a. In Kanada wird dies sehr erfolgreich praktiziert. Da benötigte es schon deutlich bessere Argumente (und Zahlen) um eine sinnvolle Kritik zu begründen.
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