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Wie die Umwelt vor jodhaltigen Röntgen­kontrastmitteln geschützt werden kann

Donnerstag, 2. September 2021

/SOVEREIGN/ISM/OKAPIA

Karlsruhe – Empfehlungen für den Umgang mit jodhaltigen Röntgenkontrastmitteln haben das Fraun­hofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI und das IGES-Institut formuliert. Sie haben dazu mehrere Pilotprojekte ausgewertet, die Möglichkeiten eruieren, den Urin der Patienten gesondert aufzu­fangen und aufzubereiten, etwa durch spezielle Urinbeutel oder separate Toiletten in den medizinischen Einrichtungen.

Jodhaltige Röntgenkontrastmittel werden bekanntlich häufig bei Untersuchungen und Behandlungen von Organen und Gefäßen verabreicht, die Patienten scheiden sie fast vollständig und unverändert über den Urin wieder aus. Kläranlagen können die Kontrastmittel nur mit hohem Aufwand zurückhalten. Sie gelangen daher in relativ großen Mengen in die Gewässer.

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Die Auswertungen zeigen, dass zwischen 25 und 30 Prozent der Patienten „ohne größere Umstände“ be­reit sind, in den ersten vier bis fünf Stunden nach der Untersuchung Urinbeutel zu nutzen, weil sie ein persönliches Interesse an Umweltthemen haben.

„So ließen sich bereits mehr als 100 Tonnen Röntgenkontrastmittel pro Jahr zurückhalten. Wird diese Maßnahme weitgehend in die Ablaufroutine integriert, ließen sich die Teilnahme und somit die zurück­gehaltene Menge sogar noch deutlich steigern“, hieß es aus dem Fraunhofer-Institut.

Um die Patienten zu motivieren, entweder die gesonderten Toiletten der Einrichtung zu nutzen oder die Urinsammelbeutel mit nach Hause zu nehmen, ließe sich die Aufforderung dazu in das ärztliche Aufklä­rungsgespräch integrieren, schlagen die Wissenschaftler vor. Sie empfehlen, dazu Informationsmateria­lien zentral auszuarbeiten und den behandelnden Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen.

Die Wissenschaftler empfehlen außerdem, für die breitere Evaluation der Maßnahmen genug Zeit – mindestens ein Jahr – einzuplanen, um die Effekte der Maßnahmen in die Alltagsroutinen erfassen zu können. © hil/aerzteblatt.de

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