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Ausland

China fordert Entgegenkommen der USA für Kooperation bei Klimawandel

Freitag, 3. September 2021

Der chinesische Außenminister Wang Yi (links) und der Sonderbeauftragte des US-Präsidenten für Klimafragen, John Kerry, trafen sich virtuell, um über die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern beim Klimawandel zu sprechen. /picture alliance, ASSOCIATED PRESS, Yue Yuewei

Tianjin – Eine Kooperation zwischen China und den USA im Kampf gegen den Klimawandel erfordert aus Pekinger Sicht eine Verbesserung der angespannten Beziehungen zwischen beiden Ländern.

„Eine größere strategische Fehlkalkulation der USA hat zu einer plötzlichen Verschlechterung der Bezie­hungen in den vergangenen Jahren geführt“, sagte Außenminister Wang Yi nach amtlichen Angaben von gestern in einem Video-Gespräch am Vorabend mit dem US-Klimabeauftragten John Kerry, der zum zwei­ten Mal in fünf Monaten China besucht.

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Die USA müssten Entgegenkommen zeigen, sagte Wang Yi: „Der Ball ist im amerikanischen Feld.“ Die ame­rikanische Seite sollte aufhören, China „als Bedrohung und Rivalen“ zu sehen. Auch müssten sie da­von absehen, „China überall in der Welt einzudämmen und zu unterdrücken“. Von US-Seite werde die Ko­operation mit China im Kampf gegen den Klimawandel gerne als „Oase“ in den Beziehungen beschrieben, die sich aber nicht lange halten lasse, betonte Wang Yi.

Kerry drängte China als größten Produzenten von schädlichen Klimagasen, „zusätzliche Schritte zur Ver­ringerung der Emissionen zu ergreifen“. Die Klimakrise müsse „mit aller gebotenen Ernsthaftigkeit und Dringlichkeit“ angegangen werden, zitierte ihn das amerikanische Außenministerium. Nach China sind die USA die zweitgrößten Kohlendioxidproduzenten, so dass den beiden größten Volkswirtschaften eine besondere Rolle im Kampf gegen die Erderwärmung zukommt.

In China will Kerry, der zuvor Japan besucht hatte, auch im Gespräch mit seinem chinesischen Konterpart Xie Zhenhua den Klimagipfel im November in Glasgow vorbereiten. Da Chinas Hauptstadt in der Pande­mie besonders geschützt ist und Kerry anders als normale Reisende bei der Ankunft keine drei Wochen Quarantäne absolviert hat, finden seine Gespräche mit Xi Zhenhua in Tianjin rund eineinhalb Autostun­den von Peking statt. Zuletzt war der US-Klimabeauftragte im April in Shanghai.

Trotz der Spannungen wurde Kerry von der chinesischen Seite ranghoch empfangen. Per Video sprach Kerry am Donnerstag auch mit Vizepremier Han Zheng. In dem Gespräch hob der US-Klimabeauftragte hervor, dass die Klimakrise nicht ohne China zu lösen sei, das 27 Prozent der weltweiten Emissionen pro­duziere. „Ohne bedeutende Bemühungen der Volksrepublik China zur Verringerung können wir das Ziel nicht erreichen, die Erwärmung auf 1,5 Prozent zu begrenzen“, zitierte ihn das US-Außenministerium. © dpa/aerzteblatt.de

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