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Mehr als 70 Staaten für weltweites Abkommen über Plastikmüll

Freitag, 3. September 2021

Mikroplastik im Trinkwasser kann aus Regen-, Schmelzwasser oder Abwasser stammen. /Tunatura, AdobeStock.com

Genf – Plastikmüll soll mit Hilfe eines internationalen Abkommens bald möglichst nicht mehr in die Natur gelangen. Das von Deutschland und Partnerländern forcierte UN-Abkommen könnte in wenigen Jahren in Kraft treten, sagte Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Umweltministerium in Berlin, gestern zum Abschluss einer Vorbereitungskonferenz in Genf.

75 Länder hätten ihre Bereitschaft zu Verhandlungen signalisiert. Der Startschuss dafür soll im Frühjahr 2022 bei einem Treffen der mehr als 190 Mitgliedsländer des UN-Umweltprogramms (UNEP) in Nairobi fallen.

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„Ja, in einer optimalen Welt wäre das Ziel, den Plastikmüll auf Null zu reduzieren“, sagte Flasbarth. Er ver­glich dies mit dem 1,5-Grad-Ziel der Pariser Klimakonferenz. Dort hatten die Teilnehmer beschlossen, die Klimaerwärmung möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen.

Ruanda und Peru legten in Genf einen Resolutionsentwurf vor, mit dem die Verhandlungen im Frühjahr 2022 gestartet werden sollen. Sie schlagen als Ziele für das Abkommen unter anderem vor, Alternativen zu Plastik zu fördern und gesundheitsschädliche Plastikkomponenten zu regulieren. Ebenso müsse für ärmere Länder Geld bereit gestellt werden, damit sie ihren Teil zur Reduzierung von Plastik beitragen.

„Wir haben keine Zeit zu verlieren“, sagte Alois Vedder von der Umweltorganisation WWF. „Dieses Ab­kommen muss rechtsverbindlich und stark sein, es darf nicht zum Papiertiger werden.“ Die Konsequenzen eines halbherzigen Abkommens wären für die Meere verheerend. „Was ins Meer gelangt, bleibt dort Jahrhunderte.“

Seit den 1950er-Jahren sind nach Schätzungen weltweit mehr als 8,3 Milliarden Tonnen Plastik produ­ziert worden. 60 Prozent davon dürfte auf Müllhalden oder in der Natur gelandet sein, etwa in den Welt­meeren. Die US-Umweltorganisation Pew Charitable Trusts hat berechnet, dass sich die Plastikmenge, die jedes Jahr in Weltmeeren landet, ohne deutliche Eindämmung bis 2040 fast verdreifacht. © dpa/aerzteblatt.de

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