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Ärzteschaft

Sachsen-Anhalts Gesundheitsämtern fehlen Ärzte

Freitag, 3. September 2021

/picture alliance, Marijan Murat

Magdeburg – Den Gesundheitsämtern in Sachsen-Anhalt fehlen trotz einiger Bemühungen und Licht­blicke in erheblichem Maß weiterhin zahlreiche Ärztinnen und Ärzte.

„Wir haben 30 unbesetzte Arztstellen, wir haben eine Altersstruktur der Amtsleiter, der Amtsärzte, ein Stück über 60. Die meisten werden innerhalb kürzester Zeit in Rente gehen“, sagte der Vorsitzende des Landesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Eike Hennig. Nach­wuchs sei praktisch nicht rekrutierbar. Das hänge aus seiner Sicht nach wie vor mit der vergleichsweise geringen Bezahlung zusammen.

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Hennig, der seit rund 15 Jahren das Gesundheitsamt der Landeshauptstadt Magdeburg leitet und selbst vor dem Ruhestand steht, sagte weiter: „Die ersten drei Ämter, die ihren Amtsarzt jetzt aufgrund einer verdienten Pensionierung verloren haben, sind jetzt in Leitung von Juristen und Verwaltungsmitarbeitern. Ich halte diesen Weg für falsch.“

Es sei nicht so, wie viele behaupteten, dass der Amtsleiter des Gesundheitsamts als Jurist sich um die juristischen Verwaltungsdinge kümmere, und der Arzt sich um die medizinischen Dinge. „Das kann man nicht trennen. Das ist alles viel zu verwoben. Und insofern ist das eine schlimme Entwicklung.“

Immerhin gehöre Sachsen-Anhalt seit Kurzem zu den Geberländern für die Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf. Somit könnten Ärzte dort kostenfrei ihre Weiterbildung zum Facharzt absolvieren. Aus dem Gesundheitsamt Magdeburg beginnen laut Hennig eine Ärztin und zwei Zahn­ärztinnen diese Weiterbildung.

Zudem habe die Ärztekammer den Weg freigemacht für den Quereinstieg von Medizinern in den öffentlichen Gesundheitsdienst. Der Landtag hatte zudem Anfang des Jahres die sogenannte Amtsarztquote umgesetzt. Ähnlich wie für angehende Landärzte sollen auch für werdende Ärzte in den Gesundheitsämtern Medizin-Studienplätzen reserviert werden.

Um sich um Corona kümmern zu können, seien in der Hochzeit in den Gesundheitsämtern nahezu alle anderen Aufgaben liegengeblieben, sagte Hennig. Jetzt müssten die Ärzte aber wieder ihre Aufgaben erfüllen. Das betreffe etwa die Einschulungsuntersuchungen, mit denen man sehr ins Hintertreffen geraten sei, sagte Hennig.

Hennig warnte davor, zu glauben, Corona sei quasi erledigt. Die Nachverfolgung sei inzwischen sogar deutlich aufwendiger geworden, weil etwa bei der Verhängung von Quarantäne genau nach Geimpften und Genesenen unterschieden werden müsse und solchen, die in keine der beiden Kategorien gehörten. Er stocke das Team für die Nachverfolgung inzwischen wieder auf. © dpa/aerzteblatt.de

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