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Medizin

Neurodermitis belastet Kinder und Jugendliche psychisch

Mittwoch, 13. Oktober 2021

/dpa, Oliver Berg

San Francisco – Kinder, die unter einer Neurodermitis (atopische Dermatitis) leiden, neigen häufiger zu internalisierenden Verhaltensweisen und Depressionen. Dies zeigt die Auswertung einer prospektiven Beobachtungsstudie in JAMA Dermatology (2021; DOI: 10.1001/jamadermatol.2021.2657).

Die atopische Dermatitis ist vermutlich die häufigste Hauterkrankung im Kindesalter. Die Kinder leiden nicht nur unter dem ständigen Juckreiz, der die Nachtruhe stören kann. Häufig fühlen sie sich auch psychisch nicht wohl in ihre ständig geröteten und nässenden Haut. Die Belastung steigt, wenn die Kinder später an Asthma und/oder Allergien erkranken, was im Rahmen der Atopie nicht selten der Fall ist.

Ein Team um Katrina Abuabara von der Universität von Kalifornien in San Francisco hat den Zusam­menhang zwischen Dermatitis und Psyche an den Teilnehmern der ALSPAC-Kohorte („Avon Longitudinal Study of Parents and Children“) untersucht, die eine Gruppe von mehr als 10.000 Kindern aus der Grafschaft Avon im Südwesten von England seit der Schwangerschaft ihrer Mütter begleitet.

Die Mütter wurden bis zum Alter von 14 Jahren regelmäßig nach Hautentzündungen ihrer Kinder in Knie- und Armbeuge oder Achselhöhle gefragt, die ein Kernsymptom der atopischen Dermatitis sind. Im Alter von 10 bis 18 Jahren füllten die Kinder insgesamt 5 Mal den „Short Moods and Feelings Questionnaire“ (SMFQ) aus, mit dem Depressionen im Kinder- und Jugendalter erkannt werden können. Internalisierende Verhaltensprobleme wurden zwischen dem 4. und 16. Lebensjahre insgesamt 7 Mal mit dem „Strength and Difficulties Questionnaire“ erfasst.

Die Auswertung ergab, dass Kinder mit einer atopischen Dermatitis sowohl zu Depressionen als auch zu internalisierenden Verhaltensproblemen neigen. Eine nach Einschätzung der Eltern und der Jugend­lichen leichte bis mittelschwere Neurodermitis war noch nicht mit depressiven Symptomen assoziiert.

Für eine schwere atopische Dermatitis ermitteln die Mediziner eine Odds Ratio von 2,38, die mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 1,21 bis 4,72 signifikant war. Diese Kinder litten demnach mehr als doppelt so häufig unter depressiven Verstimmungen wie Kinder ohne Hautprobleme.

Internalisierende Verhaltensweisen, die ein verängstigtes Kind beschreiben mit einer Neigung zum Rückzug von Gleichaltrigen, waren dagegen bereits bei milderen Formen der atopischen Dermatitis nachweisbar. Die Odds Ratio stieg von 1,29 (1,06 bis 1,57) auf 1,84 (1,40 bis 2,41) bei mittelstarker atopischer Dermatitis an. Bei einem schweren Befall waren internalisierende Verhaltensweisen mit einer Odds Ratio von 1,90 (1,14 bis 3,16) doppelt so häufig nachweisbar wie bei hautgesunden Kindern.

Die Forscher haben auch nach möglichen Ursachen gesucht. Ein Teil der psychischen Probleme könnte laut Abuabara aus den Schlafstörungen resultieren, unter denen vor allem Kinder mit einer schweren atopischen Dermatitis leiden. Der Anteil an den Depressionen lag im Alter von 4 Jahren bei 11,3 % und im Alter von 7 Jahren bei 14,7 %.

Für ältere Kinder war aufgrund von weiten 95-%-Konfidenzintervallen kein sicherer Zusammenhang nachweisbar. Die bei Kindern mit schwerer atopischer Dermatitis häufig im Blut erhöhten Entzündungs­werte (Interleukin 6 und C-reaktives Protein) waren nicht mit den psychischen Störungen assoziiert. © rme/aerzteblatt.de

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