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Politik

SARS-CoV-2: Erneuter Impfaufruf von Politik und Ärzteverbänden

Freitag, 3. September 2021

/Tino Neitz, stock.adobe.com

Berlin – Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek und Ärzteverbände aus Bayern haben die Menschen erneut zum Impfen gegen SARS-CoV-2 aufgerufen.

„Ich war, bin und bleibe der Überzeugung, dass eine verpflichtende Impfung nicht die beste Lösung ist. Denn sie spaltet“, sagte Spahn dem Spiegel. Er warb erneut für Impfungen als den „besseren Weg“, eigene Immunität zu erreichen.

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Großbritannien etwa habe sich eine hohe Immunität der Bevölkerung durch viele Infizierte und hohe Todeszahlen erkauft. „Überträgt man die britische Pandemiepolitik auf Deutschland, hätten wir 100.000 Tote mehr gehabt, also mehr als doppelt so viele. Das ist nicht der Weg, den ich gehen möchte.“

Vollständig mit der meist nötigen zweiten Impfung versorgt sind in Deutschland knapp 50,8 Millionen Menschen oder 61 Prozent der Gesamtbevölkerung. Inzwischen sind in zehn der 16 Bundesländer min­destens 60 Prozent der Einwohner voll geimpft. Mindestens eine erste Impfung bekommen haben bun­desweit nun 54,5 Millionen Menschen oder 65,6 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Spahn rief zu Impfungen auch aus Fürsorge für Kinder unter zwölf Jahren auf, die sich nicht impfen lassen können. „Wichtig ist, dass all diejenigen, für die das empfohlen ist, sich impfen lassen sollten.
Die Impfverweigerer dürfen nicht entscheiden, ob und wie viele Kinder sich anstecken. Je mehr Er­wachsene sich impfen lassen, desto größer der Schutz für die Kinder.“

Der Minister wandte sich im Spiegel zudem auch gegen eine Impfpflicht für Pflegekräfte. „Wenn Pflege­kräfte mir erzählen, dass sie sich nicht impfen lassen wollen, sage ich: Dann sind Sie eigentlich im fal­schen Beruf. Denn die Impfung schützt vor allem auch die schwachen und kranken Menschen, die ihnen anvertraut sind.“ Er mache da eine klare Ansage. „Aber ich will die Menschen nicht ganz verlieren.“

Auch in Bayern wurde heute erneut ein Aufruf gestartet, insbesondere auch Jugendliche. „Es gibt noch genug Zeit, um erstgeimpft in die erste Schulwoche zu starten“, so Holetschek. Damit könne auch das Anste­ckungsrisiko für die Mitschüler gesenkt werden. Ausreichend Impfstoff und sehr viele Gelegen­heiten zur Coronaschutzimpfung seien vorhanden.

Holetschek erläuterte, dass Impfungen außerdem mehr Normalität ermöglichen. „Wer vollständig geimpft ist, muss sich nicht mehr in der Schule testen lassen und in der Regel auch nicht mehr in Quarantäne bei engem Kontakt mit infizierten Mitschülern oder Freunden.“ Und: Zutritt zu Kino, Schwimmbad oder Boul­derhalle klappt mit einer vollständigen Impfung am unkompliziertesten.“

Holetschek dankte auch erneut den Ärzten. „In den bayerischen Praxen sind Impfungen von Kindern und Jugendlichen in vollem Gange. Ich danke von Herzen allen Ärzten und ihren Teams, die das ermöglichen“, sagte der Minister.

Wolfgang Krombholz, Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern, betonte, dass bisher in Bayerns Praxen 159.000 Impfungen gegen COVID-19 bei Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren durchgeführt worden. Mehr als 76.000 Kinder und Jugendliche hätten in Bayern durch die Praxen bereits einen vollständigen Impfschutz erhalten. „Es könnten noch deutlich mehr sein, denn die notwendigen Kapazitäten sind vorhanden.“

„Seit Beginn der Coronapandemie sind Bayerns hausärztliche Praxen einer der zentralen Orte des Im­pfens und der Impfberatung“, erklärte Markus Beier, Landesvorsitzender Bayerischer Hausärzteverband. Leider würden aktuell die Infektionszahlen und die Krankenhauseinweisungen bei Ungeimpften und auch bei jungen Menschen wieder deutlich ansteigen.

Auch Kinder und Jugendliche können seienr Meinung nach am besten durch eine Impfung geschützt werden. „Daher empfehle ich, dass Eltern sich mit ihren Kindern von ihrer Hausärztin oder ihrem Hausarzt individuell beraten lassen und danach gemeinsam eine Entscheidung treffen.“

Aus Sicht von Dominik Ewald, Landesverbandsvorsitzender des Berufsverbands der Kinder- und Jugend­ärzte, ist die Impfung der Erwachsenen und Jugendlichen neben dem Masketragen und regelmäßigen Testungen der sicherste Weg, Kindern und Jugendlichen die Freiheit zu einer gesunden Entwicklung zu ermöglichen. „Alle Daten deuten darauf hin, dass die zugelassenen Impfstoffe auch für die Jugendlichen unbedenklich sind. Wir sollten daher diese Chance nutzen.“

In den vergangenen Tagen haben Kinder- und Jugendärzte und auch andere Ärzteverbände und Ärztekammern immer wieder zum Impfen gegen SARS-CoV-2 aufgerufen. © dpa/may/aerzteblatt.de

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