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Angriff auf Coronaimpfteam in Gera, KV erwägt verschärften Schutz

Montag, 6. September 2021

Gera Arcaden (Archivbild) /picture alliance, Bodo Schackow

Gera – Nach einem Angriff auf ein mobiles Coronaimpfteam in Thüringen erwägt die Kassenärztliche Vereinigung (KV) verschärfte Schutzvorkehrungen für das Impfpersonal. „Wahrscheinlich werden wir künftig Security dazu buchen“, sagte der KV-Pandemiestabsleiter Jörg Mertz.

Dies solle gemeinsam mit den Impfteams besprochen werden. Bislang seien die mobilen Impfteams nicht von Sicherheitspersonal begleitet worden. „Das brauchten wir bisher auch nicht.“ Der Angriff eines Mannes am vergangenen Samstag in Gera sei der erste auf Impfpersonal in Thüringen seit Beginn der Immunisierungskampagne gewesen.

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Bei dem Angriff in Gera waren laut KV zwei medizinische Fachangestellte verletzt worden. Nach ihren Angaben hatte der Mann am Nachmittag im Einkaufszentrum Gera Arcaden eine Impfbescheinigung verlangt, wollte sich aber nicht impfen lassen. Als die Mitarbeiter ihm die Bescheinigung verweigerten, schlug er auf sie ein. Sie wurden in einem Krankenhaus behandelt. Mertz zufolge konnten sie aber bereits am vergangenen Samstag wieder entlassen werden.

Die Daten des Mannes waren laut KV bekannt, da er sich bei der Impfaktion habe registrieren lassen. Der Mann sei bereits mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten, sagte ein Polizeisprecher. Polizisten hatten ihn in einem Parkhaus gestellt, gegen ihn laufe eine Anzeige. Er sei auf freiem Fuß. Auch er soll im Einkaufszentrum leicht verletzt worden sein, hieß es von der Polizei. Es gebe keinen Hinweis darauf, dass er bei der Tat eine Waffe benutzt habe.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow und Gesundheitsministerin Heike Werner (beide Linke) verurteilten die Tat. „Eine unfassbare Schande“, schrieb Ramelow im Kurznachrichtendienst Twitter. Menschen, die sich für „unsere Gesundheit“ einsetzten, würden täglich angegriffen.

„Aus der Hetze der Impfgegner werden Taten“, erklärte Werner. „Das können wir als Gesellschaft nicht akzeptieren. Unsere Impfteams sind unterwegs, damit sich Menschen vor der Infektion mit dem heim­tückischen Virus schützen können.“ Dass diese Arbeit bedroht und gewalttätig attackiert werde, mache sie „sehr wütend“.

Auch die KV-Vorsitzende Annette Rommel verurteilte den Angriff „auf das Schärfste“, wie sie gestern Abend mitteilte. „Es ist unfassbar, dass Menschen, die die Coronapandemie hochgradig engagiert in vorderster Front bekämpfen, angegriffen werden.“

Geras Oberbürgermeister, Julian Vonarb (parteilos), sprach von einer deutlichen Grenzüberschreitung. „Ich bin schockiert über die Gewaltbereitschaft von einzelnen Menschen in unserer Gesellschaft“, sagte er laut Mitteilung. Er hoffe, dass der Täter schnell deutliche Konsequenzen erfahre.

Die Impfaktion in Gera wurde nach der Tat abgebrochen, bis zum Vorfall waren 120 Menschen geimpft worden. Die Aktion soll der KV zufolge wiederholt werden. Landesweit boten am Wochenende auch alle regionalen Impfstellen und das Impfzentrum auf der Erfurter Messe neben Immunisierungen mit Termin auch spontane Impfungen an. Allein am Samstag wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums mehr als 4.100 Menschen gegen COVID-19 gespritzt.

Heute starten in Thüringen auch die Auffrischungsimpfungen in den Pflegeheimen. Dafür wurde die Zahl der mobilen Teams von bislang 15 auf 25 aufgestockt. Ein erstes Team ist in einem Pflegeheim in Eisenach im Einsatz. © dpa/aerzteblatt.de

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