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Politik

G20 beraten über Pandemie: Impfen soll nicht Privileg weniger sein

Montag, 6. September 2021

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU, links) und Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza /picture alliance, ASSOCIATED PRESS, Roberto Monaldo

Rom – Die Gesundheitsminister der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländern (G20) wollen sich für mehr Gerechtigkeit bei der Verteilung von Corona-Impfstoffen weltweit einsetzen. Die Bedingungen seien gegeben, um dafür einen „Pakt von Rom“ zu vereinbaren, erklärte Italiens Gesundheitsminister, Roberto Speranza, gestern Abend in Rom.

Ein verpflichtender Punkt der Vereinbarung sei, Bedingungen zu schaffen, unter denen es ein Recht aller auf Impfungen gebe und sie nicht das Privileg weniger seien. Es herrsche ein sehr starkes Ungleichge­wicht, so Speranza. Die reichsten Länder hätten mittlerweile sehr deutliche Impfraten, andere Länder hinkten hinterher. Italien hält derzeit den G20-Vorsitz.

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Deutschland will laut Gesundheitsminister Jens Spahn bis Jahresende 100 Millionen Impfdosen in der internationalen Corona-Impfkampagne zur Verfügung stellen. „Das ist so viel wie wir bisher auch in unserem Land verimpft haben“, sagte der CDU-Politiker am Rande des Treffens.

Ziel sei es, bis zum Ende des Jahres mindestens 40 Prozent der Weltbevölkerung geimpft zu haben. Die Pandemie sei erst vorbei, wenn sie auf der ganzen Welt vorbei sei. Ansonsten könnten Varianten entstehen, die dann auch Deutschland wieder erreichten und zu Problemen führten.

Russland forderte die G20-Staaten indes zur gegenseitigen Anerkennung digitaler Corona-Impfpässe auf. Es sei wichtig, gemeinsame Konzepte für das grenzüberschreitende Reisen Geimpfter zu entwickeln, sagte Gesundheitsminister Michail Muraschko seinem Ministerium zufolge. „Zu diesem Zweck ist es wichtig, die gegenseitige Anerkennung der Impfung (...) in Betracht zu ziehen.“

Im Mittelpunkt des zweitägigen G20-Treffens der Gesundheitsminister steht die Coronapandemie. Am Ende der Konferenz wird eine gemeinsame Erklärung erwartet. Die Minister wollen über weitere Schritte in der Pandemie beraten und über Wege sprechen, wissenschaftliche Erkenntnisse auf der Welt besser zugänglich zu machen.

Das Ziel sei „eine starke Botschaft der Zusammenarbeit, Solidarität und Gerechtigkeit, unter der Überzeu­gung, dass niemand abgehängt wird“, hieß es von den Veranstaltern in Italien. Zudem soll beraten wer­den, wie man eine zukünftige Pandemie verhindern beziehungsweise sich besser darauf vorbereiten kann.

Spahn und Speranza betonten, wie wichtig das Impfen nun für die Entwicklung in den kommenden Mo­naten sei. „Jetzt im September entscheiden wir darüber, und zwar in Deutschland und Europa, wie sicher wir durch Herbst und Winter kommen“, sagte Spahn. Um sicher durch die nächsten Monate zu kommen, brauche es „noch fünf Millionen Impfungen und mehr in Deutschland“. © dpa/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #790049
Aha?!
am Montag, 6. September 2021, 17:21

WARUM?

Warum darf nur die Impfung nicht der Privileg der Wenigen sein?
Was ist mit den ganzen überteuerten Medikamenten bei Krebstherapien? Auch die apparative Medizin DARF NICHT das Privileg weniger sein!
LNS
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