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Mehr Überschwemmungs­mücken in Bayern, heftige Reaktionen auf Stiche

Montag, 6. September 2021

/benhammad, adobe.stock.com

München – Wegen des feuchten Sommers haben sich in Bayern die Überschwemmungsmücken ausge­breitet. Die Stiche können mitunter starke Schwellungen verursachen. „Die Mücke injiziert einen Protein­cocktail in die Wunde, auf den das Immunsystem reagiert“, erläuterte die Mückenexpertin Doreen Werner vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung. Wenn man an dem Stich auch noch kratze, könne es außerdem zu Entzündungen kommen.

Jede Mückenart gebe beim Stechen einen anderen Proteincocktail ab, sagte Werner. An den der Haus­mücke sei unser Immunsystem gewöhnt, an den der Überschwemmungsmücken nach zwei trockenen Sommern jedoch nicht. „Da kann das Immunsystem heftig darauf reagieren.“

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Die Expertin ist Leiterin des „Mückenatlas“, der die Verbreitung der rund 50 Stechmückenarten in Deutsch­land abzubilden versucht. Die Erkenntnisse basieren auf eingefangenen Mücken, die Bürger einschicken. Ein Augenmerk liegt dabei auch auf der Ausbreitung invasiver Arten wie der Asiatischen Tigermücke, die Krankheiten übertragen kann.

Diese werde auch immer wieder in Bayern entdeckt, sagte Werner. Aus München gebe es immer mal wieder Einsendungen. „Am nächsten Tag sitzen wir im Auto. Man muss sofort reagieren“, betonte Werner.

Der Tigermücke reichten die kleinsten Wasseransammlungen, um sich zu vermehren – zum Beispiel auf dem Untersetzer eines Blumentopfs. Sie habe aber nur einen kleinen Aktionsradius. Deshalb könne eine akribische Suche um den Fundort verhindern, dass sich die Art ausbreite.

Das sei vor zwei Jahren in München gelungen, sagte Werner. Die einzige Tigermücken-Population in Bayern gebe es bisher in Fürth bei Nürnberg. In den nächsten Tagen fahre ein Kollege erneut in die Landeshauptstadt, weil Menschen eine Tigermücke von dort eingeschickt hatten.

Werner ist aber zuversichtlich, dass diese zu keinem ernsthaften Problem werden wird. „Es handelt sich um eine weibliche Mücke.“ Diese reisten oft als blinde Passagiere im Auto aus Südeuropa mit nach Deutschland. Werde dagegen eine junge männliche Tigermücke eingeschickt, läuteten die Alarmglocken. Denn diese fliegen nicht weit, was dafür spreche, dass diese vor Ort geschlüpft sein müssen. © dpa/aerzteblatt.de

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