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Das Wissen zum Nutzen von Bewegung nach einem Schlaganfall ist gering

Dienstag, 16. November 2021

/picturealliance, Klaus Rose

Edinburgh – Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, die sitzende Tätigkeit bei Menschen mit Behinderungen generell zu reduzieren. Ärzte und Wissenschaftler vermuten, dass dies auch für die lang­fristige Nachsorge nach einem Schlaganfall gilt.

Aber die Evidenz dazu ist offenbar gering – insbeson­dere dazu, wie sich körperliche Passivität bei Men­schen nach einem Schlaganfall am besten reduziert lässt. Das berichtet die Cochrane Stroke Group in einem Review zum Thema (2021; DOI: 10.1002/14651858.CD012996.pub2).

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„Unter ‚sitzender Lebensweise‘ versteht man das Sitzen oder Liegen zum Beispiel vor dem Fernseher während des Tages, anstatt aktiv zu sein und sich zu bewegen. Nach einem Schlaganfall ist es sehr häufig, dass Menschen viel Zeit mit sitzenden Tätigkeiten verbringen. Dies gilt sowohl für Schlaganfall­patienten, die im Krankenhaus liegen, als auch für solche, die nach Hause entlassen worden sind“, er­läutern die Cochrane-Wissenschaftler.

Gleichzeitig sei grundsätzlich bekannt, dass sitzende Tätigkeiten der Gesundheit eher schaden – sie er­höhten das Risiko von Herzinfarkten und Schlaganfällen und steigerten das Sterberisiko. Wer nach einem Schlaganfall weniger Zeit im Sitzen verbringe, könne folglich möglicherweise diese Risiken verringern.

Die Arbeitsgruppe hat in der wissenschaftlichen Literatur zehn randomisierte kontrollierte Studien identifiziert und in die Überprüfung einbezogen. Die Studien umfassten insgesamt 753 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in allen Stadien der Versorgung, einschließlich Krankenhausaufenthalt und Rückkehr ins häusliche Umfeld.

Die meisten der Teilnehmer waren in der Lage, selbständig zu gehen und zu stehen. Die Dauer der Interventionen reichte von sechs Wochen bis zu 18 Monaten und alle beinhalteten ein Element erhöhter körperlicher Aktivität.

„Gegenwärtig zeigt die Evidenz, dass Interventionen zur Verringerung der sitzenden Tätigkeit nicht zu mehr oder weniger Todesfällen, kardiovaskulären Ereignissen, Stürzen oder anderen unerwünschten Ereignissen oder zur Verringerung der im Sitzen verbrachten Zeit führen“, fassen die Wissenschaftler ihre Ergebnisse zusammen.

Allerdings sei die Sicherheit über die Auswirkungen der Bewegungsinterventionen auf Tod, kardiovas­kuläre Ereignisse und Stürze nur gering, denn alle Studien hatten laut der Gruppe ein hohes oder unklares Risiko der Verzerrung.

„Auch wenn die Evidenz unvollständig ist, kann es dennoch sinnvoll sein, dass Menschen nach einem Schlaganfall versuchen, weniger zu sitzen, sofern dies sicher ist“, hieß es daher aus der Arbeitsgruppe. „Es werden mehr hochwertige randomisierte Studien benötigt, insbesondere mit Teilnehmern mit Mobilitätseinschränkungen“, lautet ihre Forderung. © hil/aerzteblatt.de

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