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Sepsis: Stiftung sieht Todesfälle wegen Lücken im Gesundheitssystem

Dienstag, 7. September 2021

/Kateryna_Kon, stock.adobe.com

Jena/Berlin – Einen „dringenden Reformbedarf im deutschen Gesundheitswesen“ bei der Behandlung der Sepsis sieht die Sepsis-Stiftung. „Viele der jährlich 75.000 durch Sepsis bedingten Todesfälle in Deutsch­land wären vermeidbar. Und nicht nur das: Auch die hohe Krankenhaussterblichkeit bei anderen Erkran­kungen weist auf einen dringenden Reformbedarf hin“, hieß es aus der Stiftung.

Sie wies darauf hin, dass Deutschland im internationalen Vergleich teilweise doppelt so hohe Kranken­haussterblichkeitsraten wie in anderen westlichen Industrienationen aufweist. Das zeigten etwa Zahlen des Länderprofils Gesundheit 2019, dass die OECD zusammen mit dem European Observatory on Health Systems and Policies und der Europäischen Kommission herausgegeben habe.

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„Die Ursachen für Versorgungsmängel sind in einem Struktur- beziehungsweise Steuerungsproblem und einer de facto fehlenden externen Qualitätssicherung zu suchen“, sagte Konrad Reinhart, Vorstandvorsit­zender der Sepsis-Stiftung und Senior Professor an der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Beispiele aus anderen Ländern zeigten, dass verbindliche Qualitätsstandards, die Optimierung der Ver­sorgungsstrukturen und die Verbesserung der Gesundheitskompetenz geeignet seien, die Sterblichkeit bei Sepsis und Herzinfarkt zu halbieren und die Effektivität des Gesundheitssystems insgesamt zu steigern.

Die Stiftung machte deutlich, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits im Jahr 2017 die Mitgliedsstaaten aufgefordert habe, der Bekämpfung von Sepsis eine hohe Priorität einzuräumen und entsprechende nationale Maßnahmenkataloge aufzusetzen. Reinhart warnte, viele gute Mitarbeiter schieden desillusioniert aus dem Gesundheitssystem aus, weil es zu wenig patientenorientiert sei. © hil/aerzteblatt.de

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