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Politik

„Besondere Herausforderungen bestehen für Krankenhausverbünde im Föderalismus“

Freitag, 17. September 2021

Berlin – Mit Blick auf die Bundestagswahl und den Stellenwert, den Gesundheit durch die Pandemie bekommen hat, stellt sich die Frage: Was müsste eigentlich wirklich im Gesundheitswesen verändert werden?

Dazu hat das Deutsche Ärzteblatt (DÄ) 18 Expertinnen und Experten aus allen Bereichen der Gesundheits­versorgung und mit unterschiedlichen Schwerpunkten in in einer Interviewreihe befragt.

Diesmal: Wolf-Christian Varoß, Leiter IT (CIO) bei der Elisabeth Vinzenz Verbund GmbH – einer überre­gionalen deutschen Trägergesellschaft von 13 Krankenhäusern. Er äußert sich zu den Herausforde­rungen der Digitalisierung der Krankenhäuser.

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5 Fragen an Wolf-Christian Varoß, Krankenhaus-IT-Spezialist

DÄ: Die Schlagzahl bei der Digitalisierung war in der letzten Legislaturperiode sehr hoch. Was hat Ihnen gefehlt?
Varoß: Mir haben Nachhaltigkeit bezüglich der Kostenstruktur (insbesondere Wartungskosten in Höhe von circa 20 Prozent im Verhältnis zu den Investitionen sowie Personalkosten) ab 1. Januar 2025 gefehlt.

Insbesondere aus der Sicht eines bundesweiten Verbundes fehlt zudem eine Harmonisierung der Landeskrankenhausgesetze, um länderübergreifende Forschung zu vereinfachen/zu verbessern.

Damit einhergehend klare Regelungen hinsichtlich des Zuganges zu Forschungsdaten auf Bundes- aber auch EU-Ebene zur öffentlichen und privaten Forschung.

DÄ: Wie schätzen Sie die Fördermechanismen des KHZG und etwaige Umsetzungsherausforderungen ein?
Varoß: Zum jetzigen Zeitpunkt ist leider davon auszugehen, dass die „Flut“ der Anträge der Kranken­häuser die Ressourcen seitens der Behörden (Länder/BAS) überfordern wird – qualitativ und quantitativ.

Infolgedessen wird es höchstwahrscheinlich zu zeitlichen Verzögerungen im Bearbeitungsprozess kommen.

Nach der Bundestagswahl: Was verändert werden müsste

Mit Blick auf die Wahl, das Interesse an und den Stellenwert von Gesundheit durch die Pandemie, stellt sich die Frage: Was müsste eigentlich wirklich im Gesundheitswesen verändert werden? Antworten von 18 Expertinnen und Experten. Zeitmangel in der Versorgung, mehr medizinische Fachkräfte, Sektorengrenzen überwinden sowie mehr Investitionen in Krankenhäuser und eine bessere Bezahlung in der

DÄ: Welche besonderen Herausforderungen stellen sich dabei für Krankenhausverbünde?
Varoß: Besondere Herausforderungen bestehen für Krankenhausverbünde, insbesondere derer, die bundesweite Einrichtungen vertreten, im Föderalismus. Unterschiedliche Regelungen der Länder, etwa bei den Vorgaben bezüglich der Beantragung bis hin zur Priorisierung der Fördertatbestände, führen in Verbünden und verbundweiten Projekten zu großen Risiken der konformen Realisierung.

Erschwerend hinzu kommen der unterschiedliche Grad der Digitalisierung und die heterogenen IT-Infrastruktur in den einzelnen Standorten eines Verbundes, welche dazu führen, dass die Umsetzung verbundweit geplanter Fördertatbestände in unterschiedlichen Zeiträumen und mit Mehrfachauf­wendungen realisiert werden.

DÄ: Erleben Sie bezüglich der Digitalisierung im Gesundheitswesen speziell bei Ärztinnen und Ärzten noch Vermittlungsprobleme – und wenn ja: Wie kann man das ändern?
Varoß: Vermittlungsprobleme sind aufgrund unterschiedlicher Erfahrungen und IT-Affinität nicht zu vermeiden. Mittel- und langfristig kann dies nur (positiv) geändert beziehungsweise darauf eingewirkt werden, indem bereits in der Schulzeit, folgend mit der Ausbildung (insbesondere Medizinstudium) entsprechende Fähigkeiten vermittelt werden. Hierzu zählen neben den IT-Kenntnissen ebenfalls Kenntnisse im Change-Management sowie Softskills (zum Beispiel Leadership).

DÄ: Ein wichtiges Thema im Zusammenhang mit der fortschreitenden Digitalisierung stellt der Umgang mit Gesundheitsdaten dar. Wie sehen Sie das auch öffentlich zunehmend in der Diskussion befindliche Spannungsfeld zwischen Datenschutz und Datennutzung (inkl. Datenspenden)?
Varoß: In der öffentlichen Diskussion erhält der Datenschutz sehr oft (zu Unrecht) den „Schwarzen Peter“. Meiner Meinung nach schließen sich Datenschutz und Datennutzung inklusive Datenspenden nicht aus. Gerade hier schlummern meiner Ansicht nach die „größten Schätze“ in zukünftig neuen und innovativen Behandlungsmöglichkeiten der Patienten.

Voraussetzung ist jedoch, dass die Nutzung unter Beachtung datenschutzrechtlicher Standards für die öffentliche und private Forschung ermöglicht wird. Somit können Algorithmen entwickelt werden, die eine nachhaltige Entwicklung im Bereich KI gewährleisten. © aha/aerzteblatt.de

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