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Hausarztversorgung: KV Berlin legt millionenstarkes Förderprogramm auf

Montag, 6. September 2021

/dpa

Berlin – Mit einer Investitionssumme von 21 Millionen Euro hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin ein Maßnahmenpaket geschnürt, um die hausärztliche Versorgung in den Bezirken Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick zu verbessern.

Es handele sich um das „umfangreichste Förderprogramm“ zur Verbesserung der Hausarztversorgung, das in Berlin jemals aufgelegt worden sei, hieß es seitens des KV-Vorstands.

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Das Förderprogramm, das am 1. Januar 2022 startet und über mehrere Jahre laufen soll, wird von der KV Berlin und den regionalen Kranken­kassen paritätisch finanziert. In jedem Jahr stehen laut KV 1,4 Millio­nen Euro dafür zur Verfügung.

Finanziell unterstützt werden sollen Ärztinnen und Ärzten, die sich neu niederlassen oder eine Praxis übernehmen wollen. Darüber hinaus gibt es Fördemittel für Zweigpraxen sowie Praxen mit angestellten Medizinern. Neuerdings will die KV auch Eigeneinrichtungen betreiben, in denen Ärzte angestellt arbei­ten können – mit der Option der späteren Übernahme.

Die Eigeneinrichtungen der KV sollen in Bezirken betrieben werden, in denen ein Hausarztmangel fest­gestellt worden ist. Das ist aktuell in den Bezirken Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpe­nick der Fall. Die Eröffnung der ersten Eigeneinrichtungen ist für die zweite Jahreshälfte 2022 geplant.

„Mit diesem Schritt wollen wir Kolleginnen und Kollegen die Gelegenheit geben, sich mit den Abläufen einer Praxis vertraut zu machen und Erfahrungen zu sammeln, um die Eigeneinrichtung am Ende gege­benenfalls selbst zu übernehmen“, heißt es weiter.

Diese Form der Förderung sei notwendig geworden, da sich auf die aktuell rund 130 offenen Vertrags­arzt­sitze in den drei Bezirken nur wenige Niederlassungswillige beworben haben. Die Gründe sind laut KV vielfältig. So wollten immer mehr Ärzte angestellt arbeiten. Immer weniger seien für eine Nieder­lassung vor allem in Berlins Randbezirken zu begeistern.

Für die Betreibung der Eigenrichtungen wird die KV Praxis Berlin GmbH gegründet. Die Geschäftsfüh­rung wird Susanne Hemmen übernehmen. Sie ist seit 2018 als Referentin in der KV-Unternehmenspla­nung tätig.

Die KV arbeitet zugleich an einer Informationskampagne gearbeitet, um junge Ärztinnen und Ärzte von den Vorzügen einer Niederlassung zu überzeugen.

Um den ärztlichen Nachwuchs früh an die Hausarztversorgung heranzuführen, unterstützt die KV darüber hinaus einmonatige Famulaturen in Hausarztpraxen und wird pro Jahr an je fünf Medizinstudierende aus Berlin und Brandenburg 3-Jahres-Stipendien in Höhe von monatlich 500 Euro vergeben.

Im Gegenzug verpflichten sich die Stipendiaten, nach ihrer Weiterbildung in der Allgemeinmedizin in einem von der KV Berlin ausgewiesenen Fördergebiet für mindestens drei Jahre vertragsärztlich tätig zu sein. © may/EB/aerzteblatt.de

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