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Medizin

Placeboeffekt bei physiothera­peutischer Bewegungstherapie hochrelevant

Mittwoch, 13. Oktober 2021

/Aleksandra Gigowska, stock.adobe.com

Bochum – Eine neue Übersichtsarbeit diskutiert den Anteil des Placeboeffekts bei physiotherapeutischer Bewegungstherapie. Danach verringert ein Bewegungstraining zwar die Schmerzintensität bei Muskel-Skeletterkrankungen besser als eine medizinische Standardversorgung ohne das Training, aber es existieren noch nicht genügend Studien, die die Wirksamkeit gegenüber dem Placeboeffekt abgrenzen. Die Arbeit ist in der Fachzeitschrift Sports Medicine erschienen (2021; DOI: 10.1007/s40279-021-01526-6).

Laut dem Forscherteam um Daniel Belavy, Physiotherapie-Professor an der Hochschule für Gesundheit in Bochum und Clint Miller, Dozent am Institute for Physical Activity and Nutrition der Deakin University im australischen Melbourne, ist bislang unklar, inwieweit der Erfolg von Bewegungstraining bei Muskel-Skelett-Erkrankungen durch Faktoren wie den Placeboeffekt oder eine natürliche Besserung im Verlauf der Erkrankung bestimmt werden. Sie haben daher die Erkenntnisse aus 79 einzelnen Studien in einer systemischen Übersichtsarbeit (Sports Med, 2021; DOI: 10.1007/s40279-021-01526-6) zusammen­gefasst.

„Nach unseren Ergebnissen sind der Effekt eines Bewegungstrainings und der einer Placebobehandlung gleich groß. Die Evidenzgrundlage ist allerdings noch nicht so ausgeprägt, wie es zu wünschen wäre“, erläutert Belavy. Die Forschergruppe hatte nur vier Studien gefunden, die Bewegungstherapie und eine Placeboanwendung verglichen haben.

„Uns ist wichtig zu betonen, dass die Bewegungstherapie und die damit verbundenen Faktoren der Behandlung nach wie vor wirksamer sind als eine medizinische Standardversorgung. Es muss lediglich besser erforscht werden, worauf die Wirksamkeit beruht“, sagte Miller.

Laut der Arbeitsgruppe wäre es sehr wichtig, besser zu verstehen, wie der Erfolg des Bewegungstrai­nings zustande kommt. „Mit dieser Information können wir auch andere Behandlungen besser steuern und optimiert einsetzen“, hieß es aus der Gruppe.

Die Wissenschaftler empfehlen daher, bei künftigen Studien zu Muskel-Skelett-Erkrankungen und Bewegungstherapie immer die drei Optionen Bewegungstherapie, Placebotherapie und keine Therapie miteinander zu vergleichen. © hil/aerzteblatt.de

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