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Medizin

Menschen mit Parkinson können von 7 Gehstrategien profitieren

Freitag, 15. Oktober 2021

/buritora, stock.adobe.com

Nijmegen – Menschen mit Parkinson können ihre Gehbehinderungen mit verschiedenen Strategien kom­pensieren. Jedoch kennen die wenigsten alle 7 Möglichkeiten und fast jeder 4. hat keine einzige aus­pro­biert. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage bei 4.324 Betroffenen. Die Studie wurde in Neurology publiziert (2021; DOI: 10.1212/WNL.0000000000012633).

Den Studienautoren des Radboud University Medical Centre in Nijmegen erklärten den Teilnehmenden alle 7 Kompensationsstrategien:

  1. Innere Anhaltspunkte suchen, zum Beispiel Gehen nach einer Zählung im Kopf.
  2. Äußere Anhaltspunkte suchen, zum Beispiel Gehen im Rhythmus eines Metronoms
  3. Das Gleichgewicht verlagern, zum Beispiel, indem man breitere Kurven läuft.
  4. Mentale Konzentration, zum Beispiel durch Entspannungstechniken.
  5. Motorische Bilder verfolgen, zum Beispiel das Beobachten einer anderen Person beim Gehen.
  6. Neue Gehmuster ausprobieren, zum Beispiel Springen oder Rückwärtsgehen und
  7. die Beine anders einsetzen, zum Beispiel beim Radfahren oder Krabbeln.

Zwar wenden Menschen mit Parkinson häufig Kompensationsstrategien beim Gehen an – alle 7 Möglich­keiten kanten jedoch nur 4 % der Studienteilnehmer. Noch nie von einer dieser Strategien gehört hatten 17 % und 23 % hatten noch nie eine der Gehstrategien ausprobiert. Im Durchschnitt waren 3 Kompen­sations­strategien bekannt.

Abgesehen von Gehhilfen und Alternativen zum Gehen war die bekannteste Strategie die Zuhilfenahme externer Anhaltspunkte, wie etwa das Hören eines Metronoms. Fast die Hälfte der Befragten gab an, diese Methode zu kennen. Danach folgten innere Anhaltspunkte, die bei 45 % der Befragten bekannt waren. Mit 14 % Schlusslicht beim Bekanntheitsgrad bildete Strategie Nummer 5 „Motorische Bilder verfolgen“.

Parkinson kann zu motorischen Problemen wie Ungleichgewicht, Schlurfen, Taumeln, häufigeren Stürzen oder plötzlichen Bewegungsblockaden (Freezing) führen. Von den Teilnehmern stellten 35 % fest, dass ihre Gehprobleme ihre Fähigkeit beeinträchtigten, ihre üblichen täglichen Aktivitäten durchzuführen, und 52 % hatten im vergangenen Jahr einen oder mehrere Stürze.

Einen Nutzen konnte die Mehrheit der Befragten aus den jeweils ausprobierten Methoden ableiten. So gaben beispielsweise 76 % der Befragten an, dass sich eine Verlagerung des Gleichgewichts positiv auswirkte, während 74 % sagten, dass Entspannungstechniken einen vorteilhaften Effekt hatten.

Wie gut die verschiedenen Kompensationsstrategien wirkten, hing dabei vom Kontext ab, das heißt, ob sie beispielsweise drinnen, draußen oder unter Zeitdruck zum Einsatz kamen. Entscheidend war auch, ob die Strategie angewandt wurde, um das Gehen zu starten oder anzuhalten. © gie/aerzteblatt.de

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