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Politik

Spahn setzt auf mehr Corona­impfungen an Orten des öffentlichen Lebens

Mittwoch, 8. September 2021

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts, während der Pressekonferenz zur Impfkampagne gegen Corona. /picture alliance/dpa/Wolfgang Kumm

Berlin – Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) setzt darauf, an Orten des öffentlichen Lebens mehr Menschen für die Coronaimpfung zu gewinnen. Es fehle noch immer an der „einfachen Gelegen­heit“ zum Impfen, sagte der Minister heute. Er nannte Spiel- und Sportplätze, Fußgängerzonen und Ein­kaufsgeschäfte. Er sei Ländern, Kommunen und Helfern dankbar für viele „kreative Ideen“.

Spahn äußerte sich im Vorfeld der bevorstehenden Coronaimpfwoche, bei der auch in Vereinen, Geschäf­ten oder vielerlei anderen Orten Menschen für die Coronaimpfung gewonnen werden sollen. An Infor­mationen über die Möglichkeiten fehlt es nach Spahns Angaben bislang nicht. Die Social-Media-Ange­bote der Bundesregierung würden gut genutzt. In der kommenden Impfwoche wolle vor allem der Handel mit Aktionen auf weitere Impfangebote aufmerksam machen.

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„Wir haben das Mittel in der Hand. uns zurück in Freiheit und Normalität zu impfen“, betonte der Minister. Zwar sei die Impfung die persönliche und frei Entscheidung jedes Einzelnen. Es sei aber auch eine Frage, die andere betreffe. Der Minister rechnet damit, dass es etwa fünf Millionen Impfungen mehr benötige, um beruhigter in den Herbst gehen zu können. Weiterhin könne aber nicht ausgeschlossen werden, dass es nicht erneut zu hohen Belastungen im Gesundheitswesen kommen kann. Dies gelte es weiterhin zu vermeiden, so Spahn.

„Die Pandemie ist noch nicht vorbei“, sagte der Chef des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler. Wenn die Impfquote nicht drastisch gesteigert werde, „kann die aktuelle vierte Welle einen fulminanten Verlauf nehmen“. Die Belegung der Intensivbetten in den Krankenhäusern habe sich in den vergangenen beiden Wochen fast verdoppelt. Es seien auch immer mehr jüngere Menschen betroffen.

„Impfungen sind das mächtigste Werkzeug, das wir im Kampf gegen die Pandemie“, betonte Wieler. Das RKI schätze, dass durch die Impfungen zwischen Januar und Juli diese Jahres 77.000 Krankenhausaufent­halte und 20.000 Fälle auf Intensivstationen verhindert worden seien. Zudem seien 38.000 Todesfälle verhindert worden. „Das ist ein wirklich großartiger Erfolg der Impfungen.“

Nach Wielers Angaben gibt es keine genauen Erkenntnisse darüber, welche Menschen sich nicht impfen lassen wollten. Sie gehörten offensichtlich teilweise bildungsfernen Schichten an oder zählten zum Um­feld der Coronaleugner. Die Informationskampagnen müssten in Sprache und Form so gestaltet werden, dass sie alle Menschen erreichen.

Spahn wies darauf hin, dass es nicht nur einen Ost-West-Unterschied bei den Coronaimpfungen gebe, sondern auch ein Nord-Süd-Gefälle. Dies sei auch zwischen Ost- und West-Europa zu beobachten.

Die Kritik gerade von Nichtregierungsorganisationen am langsamen weltweiten Impffortschritt hielt Spahn entgegen: „Wir werden in weniger als zwei Jahren seit Auftreten des Virus 40 Prozent der Weltbe­völkerung geimpft haben und drei Jahre nach Auftreten die ganze Weltbevölkerung impfen können. Das gab es noch nie in einer Pandemie“.

Nach anfänglich hohen Impfzahlen ist die Kampagne derzeit deutlich ins Stocken geraten. Der Anteil der vollständig geimpften Menschen in Deutschland lag gestern bei 61,7 Prozent. 66 Prozent haben mindes­tens eine Dosis erhalten. © afp/bee/aerzteblatt.de

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