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Untersuchung: Brandenburger rufen häufig den Rettungsdienst

Donnerstag, 9. September 2021

/goldencow_images, stock.adobe.com

Potsdam – Brandenburger rufen laut einer Untersuchung überdurchschnittlich oft den Rettungswagen. Zudem nutzen sie bei Beschwerden häufiger die Notaufnahme. Das geht aus dem Forschungsprojekt des IGES-Instituts im Auftrag des Landes hervor, über die zunächst die Märkische Allgemeine berichtete.

Das Institut hatte die Notfall- und Akutversorgung in Brandenburg untersucht. Erstmals hatten Verbände der Krankenhäuser, Ärzte, Krankenkassen und Politik von 2017 bis 2020 analysiert, wie Brandenburger in Notsituationen ärztliche Hilfe finden und wie dies optimiert werden kann. Initiiert hatte das Vorhaben das Land. Finanziert wurde es mit Bundesmitteln.

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Eine flächendeckende, gleichwertige Notfallversorgung könne in Zukunft nur mit übergreifender Zu­sammenarbeit von Rettungsstellen, Bereitschaftspraxen der Kassenärztlichen Vereinigung und dem Rettungsdienst gewährleistet werden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Dafür seien bundesweit klare Rahmenbedingungen für die Leistungserbringung und Finanzierung notwendig.

Von 1.000 Bürgern in Brandenburg seien 117 im Jahr 2017 vollstationär aufgenommen worden, heißt es in der Untersuchung. Im Bundesdurchschnitt liege danach der Anteil bei 104. Ambulante Angebote wie der ärztliche Bereitschaftsdienst würden nur selten in Anspruch genommen. Das sei medizinisch nur unzureichend erklärbar und verbrauche Ressourcen, wird betont. Jüngere Patien­ten beklagten oft lange Wartezeiten in den Kliniken.

Fachleute rieten, Notfalleinsätze besser zu steuern und weiterhin für mehr erreichbare ambulante Ange­bote im Akutfall zu sorgen. Vor allem in dünn besiedelten Regionen des Landes müsse die Versorgung schwerwiegender Notfälle wie Herzinfarkt oder Schlaganfall weiter verbessert werden. Modellprojekte sollten ausgebaut werden.

In dem Flächenland spiele die geringe Ärztedichte eine große Rolle, sagte IGES-Geschäftsführer Martin Albrecht der Zeitung. Medizinisch sei der Gang in die Notaufnahme oder der Ruf eines Krankenwagens oft vermeidbar. Patienten mit nur leichten Störungen nutzten einen Rettungswagen, obwohl der eigent­lich für lebensbedrohliche Zustände vorgesehen sei. Zwischen 2000 und 2018 haben sich nach den An­gaben die Einsätze der Rettungswagen mehr als verdoppelt.

Während in Brandenburg 76 Prozent der Notfälle in Krankenhäusern behandelt werden, sind es im Bun­desdurchschnitt nur 55 Prozent. 2018 kamen auf 1.000 Einwohner 121 Einsätze des Rettungswagens, im Bundesschnitt waren es nur 78. Mehr als die Hälfte der aufgenommenen Notfallpatienten, die stationär aufgenommen werden, seien Pflegebedürftige. © dpa/aerzteblatt.de

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