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Politik

Pandemie: Mehr Jüngere als Ältere auf Intensivstationen

Freitag, 10. September 2021

/picture alliance, Bodo Schackow

Berlin – Die unzureichenden Impfquoten bei jüngeren Erwachsenen in der Coronapandemie spiegeln sich nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) auch auf Deutschlands Intensivstationen wider.

Unter den dort behandelten Menschen seien von Mitte August bis Anfang September mehr 18- bis 59-Jährige gewesen als Menschen über 60, hieß es in dem gestern Abend veröffentlichten RKI-Wochenbe­richt. Das könne als Effekt der Impfkampagne und der bislang noch unzureichend hohen Quoten bei den 18- bis 59-Jährigen interpretiert werden.

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Auf den Intensivstationen wuchs der Anteil an COVID-19-Patienten insgesamt wieder. Mit knapp 1.400 Kranken entspreche der Anstieg 22 Prozent im Vergleich zur Vorwoche, hieß es in dem Bericht. Höchst­werte hatte es um die Weihnachtszeit mit rund 5.760 Intensivpatienten gegeben.

Impfdurchbrüche als Grund für eine Klinikeinweisung sind laut RKI bisher sehr selten. Das Institut appel­liert deshalb weiter an die Bundesbürger, sich sowohl zum eigenen Schutz als auch zum Schutz anderer gegen COVID-19 immunisieren zu lassen. Geschützt werden müssen dabei auch Kinder unter zwölf Jahren, die sich noch nicht impfen lassen können.

Im Rückblick auf die 32. bis 35. Kalenderwoche hat das RKI die gemeldeten Klinikdaten genau analysiert. Danach lagen in der Altersgruppe von 18 bis 59 Jahren 4.836 Menschen aufgrund einer COVID-19-Infek­tion im Krankenhaus, 496 auf Intensivstationen. 54 Patienten aus dieser Gruppe starben in diesem Zeit­raum an COVID-19.

Von den Über-60-Jährigen waren 2.590 Patienten aufgrund von Corona in einer Klinik, 411 auf einer In­tensivstation. In diesem Zeitraum wurden 338 COVID-19-Todesfälle in dieser Altersgruppe registriert. Von den 12- bis 17-Jährigen kamen nach diesen Zahlen 182 aufgrund von COVID-19 in eine Klinik, 2 auf eine Intensivstation. Hier wurde ein Todesfall registriert.

Die Kliniken sind aufgefordert, nur Patienten zu melden, die aufgrund einer COVID-19-Infektion aufge­nommen und behandelt wurden. Nachmeldungen, auch bei den Todesfällen, sind dabei möglich.

Die meisten COVID-19-Patienten, die nun in ein Krankenhaus kommen, sind nach RKI-Angaben 35 bis 59 Jahre alt. Dann folgen die 60- bis 79-Jährigen, heißt es in dem Wochenbericht.

Das Risiko, an der Infektion zu sterben, liegt bei älteren Menschen aber weiterhin am höchsten. Die gro­ße Mehrheit der Coronatoten (79 Prozent) ist laut Bericht über 80 Jahre alt. Nachdem die Zahl der Todes­fälle im Sommer über einige Wochen auf niedrigem Niveau schwankte, nimmt sie seit Anfang August wieder zu.

Die vierte Pandemiewelle betrifft inzwischen alle Altersgruppen. Sie habe zunächst durch Infektionen innerhalb der jungen erwachsenen Bevölkerung an Fahrt aufgenommen und breite sich nun zunehmend auch bei Älteren aus, heißt es. Im Bundesdurchschnitt ist laut RKI eine weitere Zunahme der Fallzahlen um elf Prozent binnen einer Woche zu beobachten, regional allerdings sehr unterschiedlich.

Auch die Positivrate bei PCR-Tests steigt unter der vollständigen Dominanz der ansteckenderen Delta-Variante kontinuierlich an und liegt nun bei 8,7 Prozent. Anfang Juli lag dieser Wert noch bei 1,1 Prozent. Spitzenwerte in der Pandemie in Deutschland lagen bisher bei bis zu 15 Prozent Positivrate.

Die Zahl der PCR-Tests in rund 200 auswertenden Laboren hat zuletzt auf rund 934.000 pro Woche zugenommen. Im Juli lag dieser Wert oft um die 600.000 PCR-Tests pro Woche. © dpa/aerzteblatt.de

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