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HIV-Infizierte werden weiterhin diskriminiert und ausgegrenzt

Freitag, 10. September 2021

/dpa

Berlin – Ein Großteil der HIV-Infizierten in Deutschland wird im Alltag nach wie vor diskriminiert und ausgegrenzt. Schwerer als die gesundheitlichen Folgen der HIV-Infektion wiegen für viele Menschen die sozialen Folgen durch Vorurteile, wie eine heute in Berlin vorgestellte Untersuchung der Deutschen Aids­hilfe und des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) zeigt.

Für die Erhebung, die zehn Jahre nach einer ähnlichen Befragung erstmals wieder umfassende Daten zu dem Thema liefert, wurden knapp 500 HIV-positive Menschen in Interviews befragt. Zudem füllten etwa tausend HIV-Positive einen Onlinefragebogen zu ihren Diskriminierungserfahrungen aus.

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Demnach berichten 95 Prozent von mindestens einer diskriminierenden Erfahrung in den vergangenen zwölf Monaten aufgrund von HIV. Mit 52 Prozent gibt rund die Hälfte an, durch Vorurteile im Leben beeinträchtigt zu sein.

Besonders häufig kommt Diskriminierung demnach im Gesundheitswesen vor. Mit 56 Prozent machte mehr als die Hälfte der online Befragten in den vergangenen zwölf Monaten mindestens eine negative Erfahrung.

16 Prozent wurde mindestens einmal eine zahnärztliche Versorgung verweigert, acht Prozent passierte dies bei allgemeinen Gesundheitsleistungen. Als Konsequenz legt ein Viertel der Befragten den HIV-Status nicht mehr immer offen.

Wegen Diskriminierung und Stigmatisierung empfinden es generell 70 Prozent der interviewten Studien­teilnehmer als schwierig, anderen von ihrer HIV-Infektion zu erzählen. Drei Viertel verheimlichen sie in vielen Lebensbereichen. So sprechen beispielsweise im Arbeitsleben 44 Prozent der Befragten nie offen über HIV.

Rund ein Viertel der Befragten schämt sich wegen der HIV-Infektion. Jeder dritte Betroffene hat Angst, jemanden beim Sex anzustecken - obwohl eine Übertragung unter Therapie nicht mehr möglich ist. © afp/aerzteblatt.de

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