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Ärzteschaft

Suchtbekämpfung sollte nicht allein Sache der Ärzte sein

Freitag, 10. September 2021

/dpa

München – Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) unterstützt die Ärztegenossenschaft Hoch­fran­ken (ÄGH) in Hof beim Aufbau eines größeren Angebots zur Methadonsubstitution in Oberfranken.

Die Fördersumme in Höhe von 100.000 Euro wird laut Beschluss der KVB-Vertreterversammlung (VV) über vier Jahre hinweg ausgezahlt. Im November 2020 hatte die VV insgesamt 300.000 Euro zur Förde­rung von Praxisnetzen bewilligt, um schwer Suchtkranke in Bayern besser behandeln zu können.

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„Wir wissen um die herausfordernde Aufgabe, den Zeitaufwand und die Stigmata, die leider immer noch mit der Substitutionsmedizin verbunden sind“, unterstrichen die KVB-Vorstände Wolfgang Krombholz, Pedro Schmelz und Claudia Ritter-Rupp.

Es sei aber auch klar, dass Substitution eine der effektivsten Behandlungsmöglichkeiten schwerer Sucht­erkrankungen ist, die ohne Methadon oft tödlich verlaufen würden. „Die Unterstützung der Praxisnetze für diese verantwortungsvolle und anspruchsvolle Tätigkeit zu gewinnen, ist uns ein großes Anliegen", so der KVB-Vorstand.

Gleichzeitig betonten die Vorstände aber auch, dass die Suchtbekämpfung nicht allein von der Ärzte­schaft getragen werden könne. Vielmehr sei dies eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die auch die Politik betreffe.

„Es ist dringend notwendig, dass die politischen Entscheidungsträger in Bayern sowohl auf kommunaler als auch auf Landesebene in der Sache mehr Engagement zeigen“, mahnte das Vorstandstrio. Praxen, die Suchtkranke behandeln, seien im unmittelbaren Umfeld häufig Vorurteilen ausgesetzt.

Hier könne die Politik mit gezielten, örtlich begrenzten Aufklärungskampagnen durchaus gegensteuern. Der Vorschlag einer entsprechenden Kampagne liege dem bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege bereits seit längerem vor. © hil/sb/aerzteblatt.de

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