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Politik

Internisten fordern Reform der Krankenhaus­finanzierung

Montag, 13. September 2021

/Cozine, stock.adobe.com

Berlin – Die Fehlanreize des DRG-Systems und unzureichende Investitionen der Länder hätten dazu geführt, dass wirtschaftlicher Druck den Arbeitsalltag der Ärztinnen und Ärzte bestimmt, so der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Nach der Bundestagswahl müssten deshalb in einem ersten Schritt die Arztkosten aus den Fallpauschalen ausgegliedert werden, forderte Kevin Schulte, 2. Vizepräsident des BDI, im Rahmen des Deutschen Internistentages am vergangenen Freitag.

Die der im vergangenen Jahr erfolgten Ausgliederung der Pflegepersonalkosten zugrundeliegende Logik treffe auch auf die in den Krankenhäusern tätigen Ärzte zu, betonte Schulte. Damit das Finanzierungs­system nicht dazu incentiviere, den Druck auf das ärztliche Personal abzuladen, müssten die Arztkosten analog zu den Pflegepersonalkosten aus den DRG-Fallpauschalen ausgelöst werden. In einem nächsten Schritt sollten dann tiefgreifende Anpassungen der Krankenhausfinanzierung und -planung angegangen werden.

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Susanne Johna, 1. Vorsitzende des Marburger Bundes (MB), betonte, bei einer großen Reform des stationären Bereiches müssten Finanzierungs- und Strukturfragen parallel einbezogen werden. Das derzeitige DRG-System zeige „Nebenwirkungen und Fehlanreize“ und müsse „vom Markt genommen“ werden.

Ein künftiges Finanzierungsmodell solle im Sinne der Daseinsvorsorge insbesondere auflaufende Vorhaltekosten der Krankenhäuser mit abbilden. Zugleich müsse die „Frage der Gesamtversorgung“ geklärt werden – also eine genaue Analyse der Bedarfe, der Kapazitäten und Standorte erfolgen.

Johna verwies auch darauf, dass die Ärzte in den Krankenhäusern etwa 65 Millionen Überstunden im Jahr leisten. Bereits jetzt gebe es demzufolge zu wenig Krankenhausärzte. Zusätzlich müssten Entwicklungen wie eine steigende Teilzeitquote, zumeist der Selbstentlastung dienend, beachtet werden.

Die Fachkraftfrage stellt aus der Sicht des Geschäftsführers der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG), Roland Engehausen, den drohenden Hauptengpass der künftigen stationären Versorgung dar. Die Herausforderungen des Fachkräftemangels bei zugleich steigenden Bedarf nach medizinischer Versor­gung müssten planerisch mit einbezogen werden.

Politische Äußerungen, eine reformierte Krankenhausplanung vor die Finanzierungsfrage zu stellen, bezeichnete Engeshausen als „vergiftete Botschaft“. Die Politik dürfe sich nicht „hinter der Planung verstecken“, sondern müsse für eine auskömmliche Finanzung sorgen. © aha/aerzteblatt.de

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