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Corona­schutzimpfung: Aufsuchendes Impfen und persönliche Informationen entscheidungs­relevant

Montag, 13. September 2021

/dpa, Julian Stratenschulte

Berlin – Die heute gestartete bundesweite Aktionswoche „HierWirdGeimpft“ von Bund und Ländern soll wieder mehr Schwung in die Impfungen gegen COVID-19 bringen. In dieser Woche soll es besonders niedrigschwellige Impfangebote in ganz Deutschland geben, in die auch der Handel sowie Verbände und Organisationen eingebunden sind.

Expertinnen und Experten begrüßen das und halten es für zielführend, wenn Zögernden beim Impfen nun besonders einfache Impfmöglichkeiten angeboten werden – allerdings sollten diese mit der Weitergabe von sachlichen Informationen verbunden sein.

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„Viele derjenigen, die noch zögern, unterschätzen das Risiko einer Coronainfektion im Vergleich zu der Impfung“, sagte Cornelia Betsch, Professorin für Gesundheitskommunikation der Universität Erfurt und wissenschaftliche Leiterin des „COSMO – COVID-19 Snapshot Monitoring“, heute bei einer Veranstaltung des Science Media Centers. Ihnen müsse deutlich der individuelle und der soziale Nutzen der Impfung erläutert werden.

Den aktuellen Erhebungen der Erfurter Cosmo-Studie zufolge hinge die momentan geringe Impfbe­reitschaft unter den Ungeimpften vor allem mit Zweifeln an der Sicherheit der Impfung zusammen, erklärte sie. „Insbesondere Ärztinnen und Ärzte, die hohes Vertrauen in der Bevölkerung genießen, sollten Falschinformationen korrigieren und die Sicherheitsbedenken der Zögerer zerstreuen“, mahnte Betsch.

Besonders gelte es, das Vertrauen von jungen Frauen in die Impfung zu stärken, betonte die Forscherin. Die aktuelle Auswertung der Cosmo-Studie weise junge, weibliche Personen mit Kindern als eine besondere Zielgruppe aus. Die Empfehlung der Impfung auch für schwangere und stillende Frauen durch die Ständige Impfkommission sehe sie für die künftige Impfbereitschaft dieser Bevölkerungs­gruppe als eine große Chance.

Zudem sollten weiterhin praktische Barrieren abgebaut werden, betonte Felix Rebitschek, Wissenschaft­licher Leiter und Geschäftsführer des Harding-Zentrums für Risikokompetenz an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Potsdam. Für sehr erfolgversprechend hält er das Impfen direkt am Arbeitsplatz und in Vereinen. „Eine persönliche Information ist entscheidungsrelevant“, sagte er. Aufsuchendes Impfen mit niedrigschwelligen Angeboten könne die Umsetzung der positiven Impfbereitschaft in tatsächliche Impfungen befördern.

„Wir müssen Wege finden, die Menschen direkt zu erreichen, so dass es zu einem persönlichen Austausch kommen kann“, erläuterte er. Dazu müssten Werkzeuge und Materialien bereitgestellt werden. Die aktuelle Auswertung der Cosmo-Studie¸ im Rahmen derer seit Anfang März 2020 regelmäßig die Bevölkerung zu ihrem Befinden und ihren Einstellungen zur Pandemie befragt wird, zeigt zudem eine niedrigere Impfbereitschaft in Ostdeutschland im Vergleich zu Westdeutschland.

„Die Menschen in Ostdeutschland haben ein geringeres Risikoempfinden bezüglich der Infektion und auch weniger Vertrauen in die Impfung“, erläuterte Betsch. Der Anteil der derjenigen, für die eine Impfverweigerung Ausdruck einer politischen Unzufriedenheit sei, sei jedoch in Ost und West etwa gleich. © ER/aerzteblatt.de

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