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Aktionsbündnis Patientensicherheit fordert mehr Anstrengungen bei der Sepsisbekämpfung

Montag, 13. September 2021

/ Kateryna_Kon, stock.adobe.com

Berlin/Bonn – In Deutschland erleiden laut der Barmer Krankenkasse jährlich bis zu 300.000 Menschen eine Sepsis, rund 75.000 von ihnen versterben. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) fordert daher zusammen mit Initiatoren und Partnerorganisationen der Kampagne „Deutschland erkennt Sepsis“ mehr Engagement bei der Bekämpfung der Sepsis.

„Bei HIV/AIDS ist es gelungen, die Zahl der jährlichen Todesfälle auf unter 300 zu senken. Von der Politik, der Gesundheitswirtschaft sowie den Verantwortlichen und Beschäftigten im Gesundheitswesen fordern wir deshalb, alles in ihrer Macht Stehende dafür zu tun, um bei der Sepsis die gleichen Erfolge zu erzielen wie bei HIV/AIDS“, appellieren die Organisationen am heutigen Welt-Sepsis-Tag.

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Für mehr Aufklärung über die Erkrankung soll die Kampagne „#DeutschlandErkenntSepsis“ sorgen. Sie wird seit Juli 2021 unter anderem vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) finanziell gefördert. Denn im Augenblick sei das Wissen über Sepsis in Deutschland „vergleichsweise gering ausgeprägt“, hieß es aus dem APS und ihren Partnerorganisationen.

„Nur wenige Menschen wissen, dass die Sterblichkeit bei Sepsis durch drei einfache Maßnahmen drastisch reduziert werden kann: Erstens eine bessere Vorbeugung gegen Infektionen, zweitens die Früherkennung anhand bestimmter Warnzeichen, sowie drittens die Therapie der Sepsis als Notfall“, erläuterte der Vorsitzende der Sepsis-Stiftung, Konrad Reinhart.

„Allein durch krankenhausweite Schulungsmaßnahmen, interdisziplinäre und berufsgruppenüber­greifende Zusammenarbeit und die Unterstützung von Qualitätssicherungsmaßen durch den Kranken­haus­vorstand konnte am Universitätsklinikum Greifswald die Sepsis-Sterblichkeit um 15 bis 20 Prozent gesenkt werden“, erläuterte Matthias Gründling, Initiator des Sepsisdialogs an der Universitätsmedizin Greifswald.

Bei einer drohenden oder manifesten Sepsis ist der schnelle Erregernachweis häufig entscheidend. „Mit den bisher üblichen Methoden gelingt dieser Nachweis allerdings häufig nicht: Hier wird in maximal 30 Prozent der Fälle ein Erreger identifiziert, bei bereits unter antibiotischer Behandlung stehenden Sepsis- Patienten oftmals nur bei weniger als zehn Prozent der Fälle“, teilte die Barmer Krankenkasse mit.

Ein neues Forschungsprojekt soll daher die Diagnostik bei einer möglichen Sepsis deutlich beschleu­nigen. In dem vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesauschusses geförderten Projekt namens „DigiSep“ kombinieren Ärzte und Wissenschaftler neue, digitale Methoden zur Erregerbestimmung.

Durchgeführt wird das Projekt von der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Universitäts­klini­kum Essen als Konsortialführer in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Gesundheitsökonomie und Gesundheitsmanagement der Universität Bielefeld, dem Koordinierungszentrum für Klinische Studien und dem Institut für Medizinische Biometrie am Universitätsklinikum Heidelberg sowie mit den Krankenkassen AOK Rheinland/Hamburg, Barmer, der Techniker Krankenkasse und dem Diagnostikunter­nehmen Noscendo.

Die DigiSep-Forschungsgruppe plant eine Studie mit 410 zufällig ausgewählten, schwer erkrankten Sepsis-Patienten in rund 20 deutschen Kliniken. Bei 205 der Erkrankten wollen die Forscher das Blut mit der Standard- als auch mit einer neuen digitalen Diagnostik untersuchen. © hil/aerzteblatt.de

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