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Ärzteschaft

Empfehlungen für sicheren Präsenzunterricht in der Schule

Montag, 13. September 2021

/dpa, Christoph Soeder

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) und der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) haben die neuen Quarantäneregelungen für Schulen und Kitas begrüßt. „Geschlossene Bildungseinrichtungen in der vierten Welle sind kein adäquates Mittel der Pandemie­bekämpfung mehr“, betonen sie und geben Hinweise für sicheren Präsenzunterricht und Kitabetrieb.

Bei einem „mäßigem Infektionsgeschehen“ ist in Kitas und Grundschulen kein Mund-Nasen-Schutz erforderlich, empfehlen die Verbände mit Verweis auf die S3-Leitlinie „Schulen in Zeiten der SARS-CoV-2-Pandemie“. Pädagogisches Personal, das sich bewusst nicht impfen lassen wolle, sollte nach Einschätzung von DGJK und BVKJ aber stets eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen und regelmäßig getestet werden. „Auch eine Pflichtberatung durch den betriebsärztlichen Dienst wäre für uns vorstellbar“, teilen die Verbände mit.

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Wichtig sei außerdem weiterhin, die Basishygienemaßnahmen konsequent umzusetzen, also Händewaschen und Lüften.

DGKJ und BVKJ empfehlen zudem, den Lolli-PCR-Pooltest flächendeckend umzusetzen. „Dieser sollte in jedem Bundesland Standard sein und primär anlassbezogen bei hohem Infektionsgeschehen und Ausbrüchen regelmäßig durchgeführt werden. Er ist deutlich aussagekräftiger als die Antigentests und in der Handhabung wesentlich angenehmer“, so die Verbände.

Sie betonen, dass eine möglichst hohe Impfquote bei Erwachsenen der wirksamste Schutz für die vulnerablen Personengruppen sei, die selbst nicht geimpft werden können. Dazu zählten auch Kinder unter zwölf Jahren. „Eine Impfung der Altersgruppe jünger als zwölf Jahre ist für uns außerhalb der derzeitigen Zulassung keine Option“, betonen DGKJ und BVKJ.

Auch die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) fordert, Schulen und Kitas selbst bei steigenden Infektionsraten möglichst offenzuhalten: „Home-Schooling und Kita-Schließungen gefährden die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Die Politik muss eine umfassende Strategie und passgenaue Hygienekonzepte vorlegen, die Schul- und Kitaschließungen auch bei steigenden Inzidenzen möglichst verhindert“, hieß es aus der Kammer.

Die hohe Belastung von Eltern durch den Distanzunterricht infolge der Coronapandemie zeigt eine neue Umfrage des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung. Dabei wurden im Juni und Juli 2021 knapp 6.000 Eltern von Grundschulkindern in Nordrhein-Westfalen zur Lern- und Alltagssituation während der zweiten Phase der Pandemie befragt.

Danach haben sich mehr als 62 Prozent der Eltern immer oder sehr häufig gestresst gefühlt. Die Mehrheit der Eltern von Grundschulkindern hatte zum Beispiel Probleme, die Kinder zu Hause zum Lernen zu motivieren. Während des Distanzlernens verbrachten die Grundschulkinder laut der Umfrage täglich durchschnittlich drei Zeitstunden mit ihren Aufgaben. © hil/aerzteblatt.de

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