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Blaues Licht von Monitoren laut Fachgesellschaft keine Gefahr für Augen oder Schlaf

Dienstag, 14. September 2021

/Wordley Calvo Stock, stock.adobe.com

München – LED-Displays und sogenanntes Blaulicht sind keine Gefahr für Augen oder Schlaf. Das erklärt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG).

Blaues Licht gehört zum sichtbaren Teil des elektromagnetischen Spektrums und zeichnet sich durch Energiereichtum aus. „Dennoch ist die Lichtstärke bei der Nutzung elektronischer Geräte viel zu gering, um Netzhautschäden an den Augen hervorzurufen“, erläuterte der DOG-Experte Michael Bach vom Universitätsklinikum Freiburg.

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Die natürliche Beleuchtungsstärke im Freien bei bedecktem Winterhimmel betrage in unseren Breiten­graden etwa 5.000 lux, an einem Sonnentag bis zu 100.000 lux. Ein Computerbildschirm, sehr hell eingestellt, bleibt in 50 Zentimeter Abstand jedoch unter 500 lux. „Auch wenn Kinder durch corona­bedingten Fernunterricht stundenlang vor Bildschirmen sitzen, sind zumindest Blaulicht-Augenschäden dadurch nicht zu befürchten“, stellte der Sehforscher fest.

Kontaktlinsen, die Blaulicht blockieren, schützten einer aktuellen Studie zufolge zudem nicht besser vor einer Ermüdung der Augen bei der Bildschirmarbeit als Standardkontaktlinsen (American Journal of Ophthalmology 2021; DOI: 10.1016/j.ajo.2021.02.010), hieß es aus der DOG.

Entwarnung gibt DOG-Experte auch in Bezug auf mögliche Schlafstörungen, die das Blaulicht durch abendliches Lesen an elektronischen Geräten verursachen könnte. Auch diese Annahme sei inzwischen durch eine Studie widerlegt (Sleep Health 2021; DOI: 10.1016/j.sleh.2021.03.005). Bach empfiehlt daher, beim Lesen auf einem elektronischen Gerät vor dem Einschlafen lediglich eine maximale Helligkeit des Displays zu vermeiden.

Der DOG-Präsident Hagen Thieme findet es wichtig, diese Forschungserkenntnisse in die breite Öffentlichkeit zu tragen. „Sie dienen der Aufklärung und schützen Verbraucher vor irreführender Werbung und verunsichernden Falschmeldungen, die rein kommerzielle Interessen verfolgen“, sagte der Direktor der Universitätsaugenklinik Magdeburg. © hil/aerzteblatt.de

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