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WIdO: Mehrheit der Beschäftigten verfügt über eine gute Resilienz

Dienstag, 14. September 2021

/goodluz, stock.adobe.com

Berlin – Je anpassungsfähiger und flexibler Beschäftigte sich selbst und ihr Unternehmen in der Pande­mie empfunden haben, desto besser bewerten sie ihren Gesundheitszustand und ihr individuelles Wohlbefinden. Das geht aus dem Fehlzeiten-Report des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervor, für den das WIdO unter anderem über 2.500 Menschen zwischen 20 und 65 Jahren befragte.

Beschäftigte, die ihr Unternehmen während der COVID-19-Pandemie als besonders anpassungsfähig, ihre Führungskräfte als Unterstützung und den Zusammenhalt im Betrieb als gut erlebten, hatten 7,7 krank­heits­bedingte Fehltage in den vergangenen zwölf Monaten. Erwerbstätige, die ihr Unternehmen in der Pandemie besonders schlecht bewerteten, wiesen dagegen 11,9 krankheitsbedingte Fehltage auf.

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Die große Mehrheit der Befragten zeigte sich trotz fast zwölf Monaten des Arbeitens im Ausnahme­zustand optimistisch und voller Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. „Die Befragungsergebnisse zur individuellen Resilienz sind insgesamt sehr positiv ausgefallen“, erklärte der stellvertretende WIdO-Geschäftsführer, Helmut Schröder, heute bei der Präsentation des Reports in Berlin. „Offenbar hat die Erfahrung, dass das eigene Unternehmen die Krise bewältigt hat, das arbeitsbezogene Selbstvertrauen der Erwerbstätigen gestärkt.“

Weniger Erkrankungen

Allerdings zeigten sich gerade bei emotionalen und psychosomatischen Beschwerden große Unterschie­de zwischen den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern: Beschäftigte mit niedriger individueller Resi­lienz berichteten mehr als doppelt so häufig über Zweifel an den eigenen Fähigkeiten (69 Prozent im Vergleich zu 27 Prozent) oder über Angstgefühle (52 Prozent im Vergleich zu elf Prozent) wie Beschäf­tigte mit besonders hoher individueller Resilienz.

Auch bei körperlichen Beschwerden wie Magen-Darm-Problemen (38 Prozent im Vergleich zu 13 Prozent) oder Herz-Kreislauf-Beschwerden (36 Prozent im Vergleich zu 12 Prozent) gab es deutliche Unterschiede.

Wie der Fehlzeiten-Report ergeben hat, waren die Beschäftigten zwischen März 2020 und Juli 2021 seltener krank als im entsprechenden Zeitraum der Vorjahre. Die größte Differenz ergab sich bei den Atemwegserkrankungen, die in der Pandemie mit 30,6 Arbeitsunfähigkeitsfällen je 100 AOK-Mitglieder im Durchschnitt 18,2 Fälle weniger verursachten als im Vergleichszeitraum.

Längere Krankschreibungen

Dafür fehlten die Beschäftigten, die erkrankt waren, länger am Arbeitsplatz als im Vergleichszeitraum. So dauerte ein Arbeitsunfähigkeitsfall wegen einer psychischen Erkrankung in der Pandemie im Durch­schnitt vier Tage länger als im Vergleichszeitraum vor der Pandemie. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen lag die Differenz bei 2,5 Tagen je Fall, bei Atemwegserkrankungen und Muskel-Skelett-Erkrankungen fiel die Differenz mit 1,8 beziehungsweise 1,6 Tagen je Fall geringer aus.

Die Autoren des Reports gehen davon aus, dass viele Beschäftigte aus Angst vor Ansteckung auf einen Arztbesuch verzichteten und die Fallzahlen daher niedriger lagen. Die höhere Dauer der Krankschreibun­gen werten sie indes als Hinweis dafür, dass die Erkrankten in der Pandemie stärker belastet waren.

Der Anteil der Erwerbstätigen, die über psychosomatische Beschwerden klagten oder sich durch negative Emotionen beeinträchtigt fühlten, ist laut der Befragung während der COVID-19-Pandemie insgesamt gestiegen. Berichteten Anfang 2020 etwa 69 Prozent über emotionale Probleme wie Lustlosigkeit, Nervo­s­ität oder Niedergeschlagenheit, waren es in diesem Frühjahr schon 88 Prozent.

Großer Umbruch in der Arbeitswelt

Von einer COVID-19-Erkrankung waren besonders stark soziale Berufe betroffen, insbesondere Berufe in der Betreuung und Erziehung von Kindern (6.609 je 100.000 AOK-Mitglieder), gefolgt von Ergotherapeu­ten (5.867 je 100.000 AOK-Mitglieder).

Auf den weiteren Plätzen folgen Berufe in der Gesundheits- und Krankenpflege, der Altenpflege und der Haus- und Familienpflege. Bei den Beschäftigten in der Kranken- und Altenpflege findet sich auch der höchste Anteil von Krankschreibungen aufgrund einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2.

In den Ergebnissen der Befragung nach einem Jahr Pandemie spiegelt sich ein großer Umbruch in der Arbeitswelt wider. So gaben 80 Prozent der Beschäftigten an, dass sich ihre persönliche Arbeitssituation in den letzten drei Monaten verändert habe. Fast 70 Prozent arbeiteten im Homeoffice, über 60 Prozent berichteten von einer Flexibilisierung der Arbeitszeiten. © EB/afp/fos/aerzteblatt.de

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