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Medizin

Krebs in Europa: Zahl der Neudiagnosen wird bis 2040 auf 3,4 Millionen ansteigen

Montag, 20. September 2021

/peterschreiber.media, stock.adobe.com

Berlin/Köln – Sollte es nicht gelingen, die Rate der Krebsneuerkrankungen mit Prävention durch gesün­deren Lebensstil und mit Früherkennung zu senken, dann wird die Malignominzidenz in Europa und den EFTA-Ländern (Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz) bis zum Jahr 2040 um 21,4 % ansteigen. Es würden dann nicht wie bisher 2,8 Millionen Menschen jährlich neu an Krebs erkranken, sondern 3,4 Millionen. Und es würden nicht 1,3 Millionen Tumorpatienten pro Jahr an Malignomen sterben, sondern 1,7 Millionen, ein Plus von 32,2 %.

Diese Prognose entwarf Manola Bettio von der Europäischen Kommission auf Basis epidemiologischer Modelle, die bei der Jahrestagung der European Society for Medical Oncology (ESMO) 2021 vorgestellt worden sind. Bettio forscht am Joint Research Centre in Ispra, Italien.

Diese Entwicklungen würden die Bevölkerungen und die Gesundheitssysteme künftig noch deutlich stärker belasten, wenn nicht gegengesteuert werde, so ESMO-Experten bei einer Kongresspresse­konferenz. Bestimmte Variablen wie die demographische Entwicklung oder Änderungen bei der Krebs­sterblichkeit könnten die Prognose noch beeinflussen. „Es ist dringend notwendig, dass diese wissen­schaftlichen Modellrechnungen zur Kenntnis genommen und gesundheitspolitische Maßnahmen adä­quat angepasst werden“, kommentierte der Sprecher der ESMO, Antonio Passaro aus Mailand.

„Der einfachste und wichtigste Weg, die Krankheitslast durch Krebs zu reduzieren, ist Prävention“, sagte Bettio. Denn 40 % der Krebserkrankungen in Europa seien durch modifizierbare Lebensstil- und Umwelt­faktoren hervorgerufen. Dazu gehören Rauchen, hoher Alkoholkonsum, Übergewicht, geringe körper­liche Aktivität, ungesunde Ernährung, aber auch Radon in Innenräumen, Feinstaub oder Passivrauchen.

Die Prognosen für Europa dürften im Wesentlichen auch auf Deutschland zutreffen, wo die Zahl der Krebsneuerkrankungen tendenziell ebenfalls ansteigt. Für das Jahr 2020 wird mit circa 510.000 Neuer­krankungen und 231.000 Krebstoten gerechnet (Zentrum für Krebsregisterdaten). Circa 1/4 der jährlichen Todesfälle gehen damit auf ein Malignom zurück.

Umfangreiche Untersuchungen deutscher Epidemiologen zur Krebslast haben ergeben, dass 37,4 % der Krebsneuerkrankungen hierzulande modifizierbaren Risikofaktoren zuzuschreiben sind. Von 5 Krebserkrankungen ließen sich also 2 Erkrankungsfälle verhindern (Dtsch Arztebl Int, 2018; DOI: 10.3238/arztebl.2018.0571 ; DOI: 10.3238/arztebl.2018.0578; DOI: 10.3238/arztebl.2018.0586). © nsi/aerzteblatt.de

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