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Vermischtes

Familien mit einem zuckerkranken Kind haben hohen Beratungsbedarf

Mittwoch, 15. September 2021

/dmitrypk, stock.adobe.com

Berlin – Familien, in denen ein Kind mit Typ-1-Diabetes lebt, benötigen mehr Beratung und Unterstütz­ung. Darauf weist der Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD) hin. „Die Erkrankung verändert oft die gesamte Familiendynamik“, erklärt der Kinder-Endokrinologe und -Diabetologe Ralph Ziegler.

In Deutschland leben laut dem Verband über 32.000 Kinder und Jugendliche mit Diabetes Typ 1. Die Rate der Neuerkrankungen hat sich in den vergangenen 20 Jahren verdoppelt. Zu den erkrankten Kindern und Jugendlichen kommen laut dem VDBD schätzungsweise über 100.000 Angehörige, die durch die Erkrankung in besonderer Weise gefordert sind – vorrangig die Eltern, aber auch Geschwister.

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„Das führt dazu, dass das erkrankte Kind sehr viel mehr beziehungsweise andere Aufmerksamkeit bekommt – auch wenn es das selbst oft gar nicht will“, so Ziegler. Bis zu 70 Prozent der Eltern redu­zierten ihre Berufstätigkeit, in einem Viertel der Fälle gebe ein Elternteil den Beruf vollständig auf, um sich dem erkrankten Kind besser widmen zu können.

„Angehörige von Kindern mit Diabetes Typ 1 können sehr gut durch gezielte Schulungsangebote unterstützt werden“, erklärte Nicola Haller, Vorsitzende des VDBD. Der Verband fordert Unterstützungs­angebote in Kindergärten und Schulen.

Wichtig wäre zudem, dass Arbeitgeber Modelle entwickelten, um Eltern von betroffenen Kindern eine größere Flexibilität zu ermöglichen. „Es muss unser Ziel sein, dass Kinder mit Diabetes und ihre Fami­lien ein weitestgehend unbeeinträchtigtes Leben führen können. Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, so Haller. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #593779
GBrandt
am Donnerstag, 16. September 2021, 15:32

NRW Schulungsprojekt

Solche Ansätze zur Aufklärung der außerfamiliären Bezugspersonen sind m.E. ein sehr wichtiger Baustein, damit Kinder mit chronischen Erkrankungen im Alltag gut zurecht kommen.
Seit Ende 2019 fördert die Landesregierung in NRW ein Schulungsprojekt zur Verbesserung der Situation von Kindern mit Typ-1-Diabetes in Kitas und Schulen. Damit kann sich auch das pädagogische Personal (inklusive z.B. der Betreuer in einer OGS) zum Thema Typ-1-Diabetes allgemein und individuell zu dem (neu) an Diabetes erkranktem Kind schulen lassen.
Weitere Informationen und Flyer zur Beantragung und Organisation finden sich unter den Pressemitteilungen des MAGS.NRW.

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