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Ärzteschaft

Bei schwerer Kniearthrose nicht immer Totalendoprothese notwendig

Freitag, 17. September 2021

/picture alliance, Florian Schuh

Berlin – Mitunter genügt bei Patienten, die wegen schwerer Arthrose im Knie ein Kunstgelenk benötigen, auch eine Teilprothese. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik (AE) hin. Voraussetzung seien intakt erhalten gebliebene Kreuzbänder sowie eine Beschränkung des Knorpelschadens aus­schließlich auf einen Abschnitt des Kniegelenks.

Auch eine sehr schmerzhafte Arthrose, die starke Bewegungseinschränkungen zur Folge hat, kann nur einen umschriebenen Gelenkabschnitt betreffen. Das übrige Gelenk ist dabei möglicherweise noch intakt. „Häufig ist dies der innere Knieanteil zwischen Ober- und Unterschenkelknochen. Ist dies der Fall, kann auch nur ein Teilgelenk implantiert werden“, erläutert Stephan Kirschner, Vizepräsident der AE und Direktor der Klinik für Orthopädie in den ViDia Kliniken, Karlsruhe.

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Laut der Fachgesellschaft sollten jedoch vorher alle konservativen Möglichkeiten der Behandlung wie Physiotherapie, Gelenkinjektionen, Akupunktur und Schmerzmittel ausgeschöpft worden sein. Zudem bestehe auch die Möglichkeit, durch eine sogenannte Umstellungsosteotomie zunächst die Achse des betroffenen Kniegelenks so zu korrigieren, dass das von Arthrose betroffene Areal entlastet werde.

Im Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) sind für das Jahr 2019 insgesamt 124.677 Knieprothesen­implantationen registriert. 86,3 Prozent der dort dokumentierten Patienten erhielten eine Totalendo­prothese und 13,5 Prozent eine Teilprothese. Jüngere Patienten bis 54 Jahre wurden eher mit einer Teilprothese versorgt: Dies betraf 23,5 Prozent der Frauen und 27 Prozent der Männer. Patienten mit Umstellungsoperationen sind im EPRD nicht enthalten.

„Durch den Erhalt des vorderen Kreuzbandes nehmen die Patienten das Kunstgelenk natürlicher wahr und können im Alltag und Sport aktiver sein. Zudem ist der Eingriff kleiner und die Rehabilitation kürzer“, informiert die AE.

Patienten sollten sich vor einem Eingriff informieren: „Oft werden in spezialisierten Kliniken alle drei Versorgungsmöglichkeiten (Umstellung, Teil- und Totalendoprothese) in großen Fallzahlen und mit viel Erfahrung durchgeführt. Dann kann die für den Patienten individuell am besten passende Versorgung gemeinsam ausgewählt werden“, so Kirschner. © hil/aerzteblatt.de

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