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2020 weniger Nachweise von resistenten Bakterienstämmen

Donnerstag, 16. September 2021

/ picture alliance, Janice Carr

Bochum – Das Nationale Referenzzentrums (NRZ) für gramnegative Krankenhauserreger in der Abteilung für Medizinische Mikrobiologie der Ruhr-Universität Bochum hat im vergangenen Jahr weniger Einsen­dungen mit Keimen erhalten, die gegen viele Antibiotika resistent sind. Grund dafür ist vermutlich die Coronapandemie. Das geht aus dem Bericht 2020 des NRZ hervor, der jetzt im Epidemiologischen Bulletin des Robert-Koch-Instituts erschienen ist (DOI: 10.25646/8900).

Am NRZ werden Bakterienisolate aus Kliniken in ganz Deutschland untersucht, die zum Beispiel aus Urinproben oder Abstrichen unter anderem von Wunden stammen. „Besonders wichtig ist dabei die Detektion von Carbapenemasen. Das sind bakterielle Enzyme, die die wichtigsten in der Humanmedizin angewendeten Antibiotika inaktivieren und ein Bakterium damit resistent gegen diese Antibiotika machen können“, erläutert Niels Pfennigwerth vom NRZ.

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Erstmals seit 2009 verzeichnete das Zentrum einen Rückgang der Einsendezahlen. Der beruhe aber sehr wahrscheinlich auf den Begleiterscheinungen der COVID-19-Pandemie, vermutet das Autorenteam – so wurden 2020 bekanntlich erheblich weniger Menschen in Krankenhäusern behandelt.

Die häufigste in Enterobacterales wie Escherichia coli oder Klebsiella pneumoniae nachgewiesene Carba­penemase war wie den Vorjahren OXA-48, während in Pseudomonas aeruginosa VIM-2 und in Acinetobacter baumannii OXA-23 weiterhin die am häufigsten nachgewiesenen Carbapenemasen in Deutschland sind.

Auch beobachtet das NRZ seit einigen Jahren einen deutlichen Anstieg der Nachweise der beiden Carbapenemasen NDM-5- und OXA-244, welcher auch im Jahr 2020 zu beobachten war – dies müsse weiter aufmerksam verfolgt werden, hieß es aus dem NRZ.

„Es ist daher sehr wichtig, dass Labore in Deutschland weiterhin nach multiresistenten Bakterien­stämmen suchen und diese an das NRZ weiterleiten“, betonte Jennifer Schauer vom Referenzzentrum. © hil/aerzteblatt.de

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